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Kaffeepausen und Anerkennung als Mittel gegen Stress

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Der ÖGB fordert einmal mehr kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich. Der Begriff Burn-out ist fast allen bekannt, um dem Stress entgegenzuwirken, setzt man auf Kaffeepausen und Austausch mit Kollegen.

Wien (b.l.).Fast alle Erwerbstätigen leiden gelegentlich unter Stress, jeder vierte betrachtet sich als Burn-out-gefährdet. Das geht aus einer Umfrage von Marketagent.com und der Projektmanagement-Agentur Tröstl hervor. Hauptauslöser sind Termindruck (50Prozent), hohe Arbeitslast (47Prozent), interne Ungerechtigkeiten (30Prozent) und fordernde Kunden (25Prozent). Um dem Stress entgegenzuwirken, setzt man primär auf Kaffeepausen und Austausch mit Kollegen.

Der Begriff Burn-out ist fast allen bekannt: Am Anfang steht großer Arbeitseifer, der Wunsch, es allen Recht machen zu wollen. Es folgen Frustration, Depression und Sucht. Ursprünglich entdeckt wurde die Krankheit bei Angehörigen sozialer Berufe, treffen kann es auch Manager, Hausfrauen, Pensionisten.

Laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger geht jeder 16. Krankenstandstag in Österreich auf eine psychische Erkrankung (Depression, Alkoholismus, Burn-out) zurück. Auch 30Prozent der Invaliditätspensionen werden wegen psychischer Krankheiten zuerkannt. Zwar glaubt jeder vierte Befragte, dass man eine bestimmte Arbeits- oder Lebenseinstellung benötigt, um unter Burn-out zu leiden. Es überwiegt aber die Ansicht, dass es sich um eine „echte Krankheit“ handelt.

 

„Stress auch durch Freizeit“

Fast jeder zweite Betrieb bekämpft Burn-out mit Anerkennung und Gesundheitsförderung. Laut einer Umfrage des ÖGB sind 19Prozent der Arbeitnehmer Burn-out-gefährdet. Der ÖGB fordert Arbeitszeitverkürzung ohne Einkommensverlust– und einen verpflichtenden Arbeitspsychologen in jedem großen Betrieb. Die Wirtschaftskammer will Steuerzuckerln für Präventionsmaßnahmen, lehnt Zwang für Betriebe aber ab– zumal Burn-out nicht nur durch Arbeit, sondern auch durch Freizeitstress entstehe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2010)