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Kolumne

Nur nicht darüber reden

Sprechblase Nr. 345. Warum „wirkmächtig“ mächtig wirken soll.

Das Wort Macht ist tabu, darüber spricht man als Führungskraft nicht. Zumindest nicht vor den Mitarbeitern. Und wenn, dann nur unter dem Hinweis darauf, sich mit aller Macht für sie einzusetzen und ihnen als Enabler alle Hürden aus dem Weg zu räumen. Macht hat man – oder eben nicht (ein Grund mehr, nicht darüber zu reden).

Ganz anders in ihrer Peergroup. Dort bezeichnen Führungskräfte ihre Ideen, Methoden und Projekte sehr gern als – Achtung, Sprechblase – wirkmächtig.

Klotzen, nicht kleckern also, und gleich doppeln. Ganz so, als würden wirkungsvoll und mächtig für sich allein nicht reichen.

Die Redundanz lässt sich recht schön mit der Frage nach dem Gegenteil von wirkmächtig entlarven: Heißt es mächtig wirkungslos oder wirkungsvoll ohnmächtig? Im Grund genommen ist's egal, denn auch das ist ein Tabuthema.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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