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Hollywood à la Bayern

Für unsere deutschen Freunde ist der Sommer gerettet.

Endlich ist „Malle“ wieder offen, die Lieblingsinsel der Deutschen und insgeheim ihr 17. Bundesland – heuer allerdings ein Mallorca ganz ohne Ballermann. Ein Wermutstropfen. Dennoch: Nix mehr Rügen oder Zillertal, auf ans Mittelmeer! Noch vor Aufhebung der Quarantäne lassen die Spanier eine teutonische Vorhut in Truppenstärke auf die Insel – wahre Völkerfreundschaft im Geiste der EU.

Wer auf sich hält, hat auf der Baleareninsel eine Finca – wie Til Schweiger oder Bastian Schweinsteiger. Das vermeintlich verkannte Genie des deutschen Films und der Schmerzensmann des Fußballs haben sich gefunden. Und prompt war ein Projekt geboren: „Memories“, eine Doku über Werden und Reifen, über die Lausbuben-, Lehr- und Wanderjahre des bayerischen Kickers von Bayern München über Manchester United bis zum Ausgedinge nach Chicago – samt Traumhochzeit mit einem serbischen Tennisstar in Venedig.

Ein Fußballmärchen mit allen Höhen und Tiefen – dem verschossenen Elfer beim „Finale dahoam“ und dem siegfriedhaften Einsatz beim WM-Triumph in Rio, samt Jugendsünden wie der nächtlichen Sause in der Sauna, dem Klaps der Kanzlerin und Tränen der Rührung beim Bayern-Patriarchen Uli Hoeneß in der Einzelzelle des Gefängnisses. Hollywood à la Bayern eben. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2020)