Black-Lives-Matter

Blackfacing statt Support: Wenn Solidarität ihr Ziel verfehlt

Im Internet geben Menschen an, Solidarität mit der Black-Lives-Matter-Bewegung zeigen zu wollen, und färben dafür ihr Gesicht schwarz ein. Über die Debatte, die sie damit auslösen, und die Problematik von Blackfacing.

„Wir sind eins. Nur weil wir außen schwarz sind, heißt das nicht, dass wir auch innen schwarz sind. Rassistische Menschen sind die wahren Schwarzen. Sie sind innen schwarz, aber wissen es nicht.“ Was im Grunde vielleicht gut gemeint war, ging nach hinten los, denn statt ein Statement gegen Rassismus zu setzen, wird Souhila Ben Lachhab nun vorgeworfen, diesen zu reproduzieren. Nicht nur die Zeilen, die sie mit ihren 1,6 Millionen Followern geteilt hatte, wurden als problematisch aufgefasst, sondern auch der Fakt, dass die algerische Sängerin und Schauspielerin ihr halbes Gesicht schwarz einfärbte. Und sich so die Kritik des Blackfacing einholte.

Mittlerweile hat sie ihr Posting gelöscht, doch ist sie nicht die einzige, die in dieses Fettnäpfchen getreten ist. Die kroatische Moderatorin Hana Hadziavdagic Tabakovic etwa tat es ebenso, das indische Model Rashmi Zurail Mann oder die Beauty-Influencerin Marita Sürma aus Polen. Der Instagram-Account „Saint Hoax", hinter der eine kunstschaffende Person aus Syrien steht, die auf satirische Art und Weise zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Ereignissen Stellung bezieht, hat einige Postings gesammelt. „Wie wollen Sie Bewusstsein für ein Thema schaffen, über das Sie so wenig wissen? Wenn Sie sich wirklich um eine Sache kümmern, können Sie sich zumindest zuvor darüber informieren“, schreibt sie darunter. Und weiter: „Es ist ärgerlich, dass wir die Menschen immer noch über die rassistische und schmerzhafte Geschichte von Blackface aufklären müssen. Wir sollten dieses Gespräch 2020 nicht führen."