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Vereinssuche während Corona

Thomas Bauer: "Zeig mir einen, der es sich jetzt verbessert"

Montpellier Handball v FC Porto Sofarma - Champions League, Group B
Icon Sport via Getty Images
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Handball-Torhüter Thomas Bauer im „Presse-"Gespräch über die Klubsuche während der Krise und sein neues Abenteuer in Athen.

Thomas Bauer ist längst zu einem Profi in Sachen Umzug geworden. Diesmal waren es ein Motorrad, ein Klavier und 72 Kartons, die der Handball-Torhüter von Porto nach Österreich befördert hat.

Weil der Vertrag des 159-fachen Nationalspielers beim portugiesischen Meister mit Saisonende ausgelaufen ist, begab sich Bauer auf Vereinssuche. Für einen Torhüter sind die Möglichkeiten aufgrund seiner Position per se schon beschränkt, das Coronavirus mitsamt der angespannten Finanzlage erschwerte die Situation zusätzlich.

„Es gab geografisch keine Tabus“, sagt Bauer im Gespräch mit der „Presse“. Also ließ der Wiener seine Kontakte nach Mazedonien, Rumänien und sogar Katar spielen, konkreter wurde es mit Interessenten aus Portugal, Skandinavien und Rumänien. Unterschrieben hat Bauer aber letztlich einen Einjahresvertrag in Griechenland, bei AEK Athen.

Stadtderby samt Polizei

Nach neun Stationen in Deutschland, Frankreich, Norwegen und Portugal zieht es den 34-Jährigen samt Ehefrau Laura und Sohn Jonathan (18 Monate) nun also noch weiter in den Süden. Er ist erleichtert, einen Arbeitgeber gefunden zu haben. „Die Zeiten sind unberechenbar, es droht eine Wirtschaftskrise“, sagt der ÖHB-Internationale, der für 2020 eigentlich einen Gehaltssprung angepeilt hatte – doch dann kam Corona. „Zeig mir einen Handballer, der es sich jetzt verbessern kann.“

In Athen erhofft sich Bauer heißblütige Fans, vor allem die Stadtderbys gegen Panathinaikos elektrisieren. „Da marschiert die Polizei mit Schutzvisier und Knüppel auf, herrscht eine Rivalität wie beim Fußball.“ Mitte Juli steigt die Familie Bauer in das Flugzeug gen Athen, Griechenland kannte er bislang nur von einem Urlaub auf Kos. „Wir sind bereit für das nächste Abenteuer.“

("Die Presse", Printausgabe 17.06.2020)