Nur rückzahlbare Kredite, nicht Geschenke an den reformträgen Süden bremsen den Umbau der EU in eine Transferunion.
„Die Ablehnung der Corona-Wiederaufbauhilfe für die EU-Südländer, vor allem Italien, kann Österreich schaden.“ – Diese Polemik von Umverteilern und Berufseuropäern aller Art durfte zuletzt Publizist Peter Huemer in der „Presse“ (5. Juni) aufstellen. Eine mit Fakten belegte Widerrede.
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„Österreich erspart sich nichts, es zahlt drauf, weil Italien einer der wichtigsten Handelspartner ist.“ – Italiens Exportanteil betrug 2007, dem bislang letzten guten Jahr, 8,9 Prozent; 2019 nur mehr 6,3 Prozent. Unser drittgrößter Markt schrumpft also kontinuierlich, und zwar auch ohne Corona. Er ist kein Hoffnungsmarkt, den zu stabilisieren argumentierbar wäre. Denn die ärgsten Links- und Rechtspopulisten Europas wollen den größten Reformstau der EU noch zögerlicher angehen als die 68 Regierungen seit 1946. Das ist auch der wahre Grund für Italiens Coronadesaster – und nicht höhere Gewalt. Dessen Zwang zu Reformen schieben Geschenke aus dem Norden nur weiter hinaus.