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Sport-Club

Fahrrad-Intervalltraining auf sieben Zwergbergen

Schloss Mayerling
Benedikt Kommenda
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Bei einer 60-Kilometer-Runde von Wien-Rodaun nach Mayerling und zurück summieren sich sieben Anstiege auf knapp 900 Höhenmeter.

„Können Sie mir, bitte, die Route auf einer Straßenkarte übermitteln?“ Das war eine der Anfragen, die uns erreichten, als wir neulich hier im Sport-Club eine nette Sommerfrische-Tour über den (Kleinen) Semmering zum (auch nicht großen) Wienerwaldsee vorgestellt hatten. Ein anderer Leser interessierte sich für das Höhenprofil. Schauen wir uns also noch eine Rennrad-Runde im Wienerwald an, die landschaftlich ebenfalls schön ist und ein vielleicht noch interessanteres Profil aufweist: mit sieben Anstiegen auf knapp 60 Kilometern, die zusammen fast 900 Höhenmeter ergeben.

Beginnen wir unser Intervalltraining mit lohnenden Ausblicken und Abfahrten wieder in Rodaun. Die Kaltenleutgebner Straße eignet sich gut zum Aufwärmen: Sanft und stetig geht es bergauf, bis zum ersten steileren Anstieg hinüber nach Stangau. Diesmal halten wir uns aber nicht nach Norden, sondern Westen und klettern, zweitens, zur Wöglerin hinauf, mit kleinem Kettenblatt vorn und großem Ritzel hinten. Gruberau durchqueren wir im nächsten Tal, bevor wir uns nach einer kleinen dritten Zacke im Profil viertens auf den höchsten Punkt hinaufkämpfen (Geschriebene Buche, 518m).

Grafik: Gregor Käfer

Sehr erholsam waagrecht und gut für die Durchschnittsgeschwindigkeit eilen wir von Klausen-Leopoldsdorf über Alland nach Mayerling, wo nach dem berühmten Jagdschloss Anstieg Nummer fünf wartet. Kaum haben wir im nächsten Tal das Stift Heiligenkreuz rechts liegen gelassen, geht es über den sechsten Zwergberg schnurgerade auf- und abwärts nach Gaaden.

Jetzt fehlt noch der ärgste Anstieg: Hinauf nach Gießhübl ist es wirklich steil - und nicht nur gefühlt, weil es Nummer sieben ist. Darf ich Ihnen das guten Gewissens nahelegen (statt der früher einmal empfohlenen bequemen Variante über Maria Enzersdorf), frage ich mich. Schieben ist keine Option, wo doch am Straßenrand ein Plakat ungewollt spottet: „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“. Im Sport-Club kann das nur heißen: Was einer schafft, das schaffen viele andere auch.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com