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Liquid Market an der Minibar

Check-In im Hotel: Cocktail-Festival-Organisator Bert Jachmann mit Andaz-Direktorin Gözde Eren.
Check-In im Hotel: Cocktail-Festival-Organisator Bert Jachmann mit Andaz-Direktorin Gözde Eren.(c) Liquid Market
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Bert Jachmanns Liquid Market Festival findet im August in Zimmern des Hotel Andaz statt – und expandiert erstmals nach München und Berlin.

Es war schon, wie so vieles, abgesagt: Das Liquid Market Festival, das von 9. bis 11. Juli im Volksgarten sein kleines 5-Jahr-Jubiläum gehabt hätte. Wie immer die räumlichen Grenzen des Clubs mit Grünraum ausreizend, hätte diesmal auch noch der Eingang vergrößert werden sollen, um allzu lange Schlangen beim Eingang zu vermeiden.
Nun wird es, später und anders, diesen Sommer doch ein Liquid Market Festival geben, meldet dessen Erfinder Bert Jachmann. Dass das zustande kommt, hat mit Kevin Koster aus dem Kleinod zu tun. Der kommt eigentlich aus der Hotellerie – und erkannte, dass beide Branchen ähnlich hart getroffen sind. „Er kam auf mich zu“, erzählt Jachmann, „und meinte: Was hältst du davon, wenn wir die Bars in Zimmer verlegen?“ So steigt das Festival nun von 6. bis 8. August im Hotel Andaz – in einer „Minibar-Edition“.

Der neue Plan versteht sich dabei eher als alternatives Konzept denn als Notlösung. Besucher hätten die Möglichkeit, mit dem Lifestyle-Hotel der Hyatt-Gruppe im Renzo Piano-Bau beim Hauptbahnhof auch ein ganz neues Setting kennenzulernen, sagt Jachmann. Weil jeweils nur sechs bis acht Leute gleichzeitig in ein Zimmer dürfen (20 in den Suiten), kämen Barkeeper und Gäste wohl auch besser in ein persönliches Gespräch. „Außerdem ist es bequemer. Man kann sich einfach mal aufs Bett fallen lassen, und es gibt eine Klimaanlage.“

Selbst das Dach überm Kopf lässt sich als Vorteil deuten, hat es doch im Volksgarten verlässlich zwischendurch geregnet (letztes Jahr habe es ob der Planen schon ein wenig „favelamäßig“ ausgesehen, weswegen für heuer eine Pagoden-Konstruktion geplant war).

Die insgesamt 60 Zimmer auf sechs Etagen werden je von einer Bar und einem Sponsor (die meisten aus der Getränkeindustrie) gestaltet, 80 Ordner sorgen dafür, dass sich die Gruppen jeweils nach einer Viertelstunde weiterbewegen. Auch die Bankettflächen stehen zur Verfügung; auf der Terrasse hostet Markus Altrichter mit seinem „Old Judge“-Falernum ein karibisches Tiki-Dorf.

Schon im Vorjahr eingeführt wurden die Shots: Damit man mehr kosten kann (und weniger volle Gläser verwaist herumstehen, die den Geschmack einzelner Gäste doch nicht getroffen haben), werden die einzelnen Cocktails nunmehr in Zwei-Zentiliter-Gläsern vorbereitet; den Barkeepern bleibt so mehr Spielraum, um für jene, die sich für mehr entscheiden, die Hexenküche zu geben.

Erstmals kooperiert Jachmann auch mit dem jungen Salzburger Start-Up „Damn plastic“, das Kunststoff durch nachhaltigere Lösungen ersetzt. Die Trinkhalme sind etwa aus Nudelteig, „die halten einige Stunden, ohne weich zu werden.“ Weil so ein ganzes Unterfangen Vorlauf braucht, hat sich Jachmann allen Unkenrufen zum Trotz für die Urlaubszeit entschieden. Mein Gott, sagt er mit der ihm eigenen zuversichtlichen Gelassenheit, es werde schon jemand da sein. Zumal er ja auch weniger Besucher braucht: Waren im Volksgarten zuletzt 5000, können ins Hotel ohnehin nur 3600 – maximal 1200 pro Tag.

Schon an diesem Freitag wäre, unter normalen Umständen, Linz zum zweiten Mal an der Reihe gewesen. Die Linzer Bar Frau Dietrich war in Wien ab dem zweiten Jahr dabei gewesen und hatte bald Bedarf gesehen, die Veranstaltung auch heim nach Oberösterreich (konkret in den Linzer City-Park) zu holen.