Schnellauswahl
Geldpolitik

Die Zombie-Unternehmen sind längst unter uns

Die italienische Regierung suchte für die Alitalia lang einen Käufer – allerdings erfolglos. Nun springt sie selbst als Retter ein.
Die italienische Regierung suchte für die Alitalia lang einen Käufer – allerdings erfolglos. Nun springt sie selbst als Retter ein.(c) Getty Images (Marco Di Lauro)
  • Drucken
  • Kommentieren

Die Geldpolitik lässt viele Unternehmen am Leben, die es unter anderen Umständen nicht mehr gäbe. Die Coronakrise könnte für eine Marktbereinigung sorgen oder das Problem befeuern.

Lieber ein Schrecken ohne Ende als ein Ende mit Schrecken. Das ist wohl das Schicksal der Alitalia. Schon 2008 und 2014 stand die italienische Fluggesellschaft auf der Kippe. Nun, 2020, wurde die Regierung in Rom endgültig schwach: Nachdem sich über zwei Jahre lang kein Käufer für die marode Airline fand, nahm der Staat – auf Kosten der Steuerzahler – zum wiederholten Mal lieber selbst Geld in die Hand. In fast zwei Jahrzehnten schaffte es das Unternehmen nicht, Gewinne zu schreiben. Von Schulden in Milliardenhöhe, teilweise von den Gläubigern erlassen, ganz zu schweigen.

Die Alitalia kann man angesichts der Umstände deshalb getrost als Zombieunternehmen bezeichnen. Als ein Unternehmen, das sich seit jeher nicht in der Lage sieht, seine Verbindlichkeiten aus den laufenden Gewinnen zu bedienen. Als „Kulturgut“ hat die Airline aber einen entscheidenden Vorteil: Bei ihr spielt der Staat die Krisenfeuerwehr. Bei allen anderen Unternehmen in der Eurozone ist es die Europäische Zentralbank, die hilft. Und zwar mittels niedriger Zinsen. Seit vielen und künftig noch mehr Jahren.