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Wenn die US-Notenbank die Rendite vorgibt

Federal Reserve Chef Jerome Powell.
Federal Reserve Chef Jerome Powell.REUTERS
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Die US-Notenbank Fed ist im Zuge der Coronakrise zur Hauptakteurin an den Börsen geworden. Bald könnte sie auch formell Höchstrenditen für Staatsanleihen vorgeben – mit Auswirkungen auf alle Vermögenswerte.

New York. Viel wird dieser Tage über diese eigenartige Börsenrallye inmitten der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg gerätselt. Die schneller als erwartete Wiedereröffnung der Wirtschaft wird oft als Grund angeführt, auch die Hoffnung auf eine rasche Impfung gegen das Coronavirus. Klingt natürlich beides logisch, eine womöglich noch wichtigere Ursache wird dabei aber gern übersehen: das Federal-Reserve-System der Vereinigten Staaten.

Als Antwort auf die ökonomischen Folgen des Corona-Shutdowns hat die US-Notenbank mit allen Prämissen gebrochen, Undenkbares ist längst Realität. Das Institut finanziert nicht nur die US-Staatsschulden in großem Stil, indem es Staatsanleihen aufkauft. Mittlerweile kauft die Fed, zum ersten Mal in ihrer 107-jährigen Geschichte, auch Indexfonds und Firmenanleihen, etwa den iShares Investment Grade Corporate Bond ETF von Blackrock. Die weltwichtigste Zentralbank leiht den größten US-Firmen Geld – ein Schritt, den selbst Fed-Chef Jerome Powell als „sehr ungewöhnlich“ beschreibt. Kann man so sagen.