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Corona-Lockdown

„Neue Normalität“ nun auch in Spanien

Notstand nach 98 Tagen in Spanien beendet. Reisen von und aus dem Schengenraum erlaubt.

Madrid. Im Spanien herrscht seit Sonntag die „neue Normalität“: Nach genau 14 Wochen ging um Mitternacht der Notstand zur Eindämmung der Pandemie zu Ende. Die 47 Millionen Bürger des Landes durften sich erstmals seit Mitte März wieder im ganzen Land frei bewegen. Österreich hob zudem die Reisebeschränkungen für Spanien mit Sonntag auf.

In Madrid und in anderen küstenfernen Gemeinden machten sich zahlreiche Menschen und ganze Familien am ersten Tag bei Temperaturen von zum Teil weit über 30 Grad schon frühmorgens auf in den Badeurlaub. Die Zentralregierung erhält nur noch wenige Coronaregeln landesweit aufrecht. Die wichtigste: In geschlossenen Räumen und auch im Freien muss man Schutzmasken tragen, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Bei Verstoß können Geldstrafen von bis zu 100 Euro verhängt werden. Über andere Maßnahmen dürfen die einzelnen Regionen selbst entscheiden.

Gestern öffnete Spanien auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten. Einreisenden wird die Temperatur gemessen. Die Grenze zu Portugal bleibt aber auf Wunsch Lissabons bis zum 1. Juli geschlossen.

Mit mehr als 28.000 Covid-Toten und mehr als 245.000 nachgewiesenen Infektionsfällen ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Ministerpräsident Pedro Sánchez ersuchte seine Landsleute, auch in Zukunft weiterhin vorsichtig zu sein. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2020)