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Studenten-Wettbewerb

Wiener Europameister im Weltraumrecht

Rosanna Hoffmann, Hristina Talkova und Katharina Harreiter, noch vor der Zeit des Abstandhaltens.
Uni Wien
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Ein Team der Universität Wien hat beim internationalen Space Law Moot Court das Europafinale gewonnen. Im Herbst folgt das Finale mit den Siegern der anderen Regionalrunden.

„Der Weltraum – unendliche Weiten.“ Wir schreiben das Jahr 2020 und nicht, wie bei den Abenteuern des Raumschiffs Enterprise, 2200. Trotzdem sind wir irgendwie im Weltraum. Denn die Universität Wien veranstaltet das Finale der europäischen Regionalrunde  im Space Law Moot Court, einem internationalen Wettbewerb, der Jahr für Jahr vom International Institute of Space Law (IISL) mit Sitz in Paris organisiert wird. Coronabedingt findet der Wettbewerb online statt. Und doch kann ein Team der Uni Wien sich gegen die starke europäische Konkurrenz durchsetzen.

Beim „Manfred Lachs Space Law Moot Court“, wie er mit vollem Namen heißt, treten Studierende zahlreicher Universitäten aus aller Welt gegeneinander an. Sie fechten einen fiktiven Streit vor einer Jury aus, die den Internationalen Gerichtshof gibt. Diesmal war es durch Meinungsverschiedenheiten auf einer internationalen Raumstation über eine Kursänderung zu einem schwerwiegenden Zusammenstoß mit Weltraummüll gekommen. Dabei wurde das Raumschiff beschädigt, und eine Astronautin kam ums Leben. Die beteiligten Staaten klagten einander daraufhin übungshalber.

Fachleute sprechen das „Urteil"

Aufgabe der Studierenden war es, rechtliche Argumente für beide Streitparteien zu finden und diese in zwei formellen Schriftsätzen zur Bewertung einzureichen. Es folgte die mündliche Präsentation dieser Argumente in den Regionalrunden vor Fachleuten des Völkerrechts. Diesmal fiel die Aufgabe des Richtens zu: Armel Kerrest (Université de Bretagne Occidental), Stephan Hobe (Universität zu Köln) und Jenni Tapio (Finnisches Ministerium für Wirtschaft und Arbeit).

Das Team der Uni Wien besteht aus Katharina Harreiter, Rosanna Hoffmann und Hristina Talkova. Die drei konnten sich im Semifinale erfolgreich gegen die Konkurrenz aus Griechenland durchsetzen und zogen damit ins Finale gegen die Universität Leiden (Niederlande). Obwohl hier von beiden Seiten starke Argumente vorgebracht wurden, erklärten die Richter das Team der Universität Wien zum Sieger. Hristina Talkova überzeugte besonders durch ihre rhetorische Brillanz und ihr profundes Wissen im Völkerrecht, sodass sie zusätzlich mit dem Best Oralist Award ausgezeichnet wurde.

Bisher bestes (Zwischen-)Ergebnis

Betreut wurde das Team von Clara Baumgartner und Michael Friedl, die vor einigen Jahren selbst am Space Law Moot Court teilgenommen hatten. Sie unterstützen seither die nachfolgenden Teams, heuer als Universitätsassistenten im Rahmen einer gemeinsamen Lehrveranstaltung. Die Universität Wien nimmt auf Initiative der Völkerrrechtsprofessorin  Irmgard Marboe seit 2012 an diesem Wettbewerb teil. Nach dem Einzug ins Finale im Vorjahr ist heuer der Sieg in der europäischen Regional Round das bisher erfolgreichste Ergebnis. Die übrigen Regionalrunden finden in Asien, Afrika, Lateinamerika und Nordamerika statt. Das Finale wird diesmal ebenfalls online ausgetragen werden.