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Gesamtschule: Schmied hofft auf Leitl und Karl

Gesamtschule Schmied hofft Leitl
(c) APA (Robert Jaeger)

Trotz der Absage durch VP-Chef Pröll will Unterrichtsministerin Schmied an der Gesamtschule festhalten. ÖVP-intern werde es noch Diskussionen geben, sagt sie.

Trotz der Absage durch VP-Chef Josef Pröll hofft Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) weiterhin auf die Einführung einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. "Ich gehe davon aus, dass es ÖVP-intern noch Diskussionen geben wird", so Schmied. Sie werde "konsequent und unbeirrbar" an der Neuen Mittelschule weiterarbeiten und hofft auf Unterstützung aus der ÖVP, etwa durch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl.

Schmied verwies darauf, dass es auch im Interesse der ÖVP sei, dass Österreich im internationalen Vergleich der Schulsysteme aufholt. Die Trennung der Schüler in AHS und Hauptschule verhindere das aber: "Die frühe Selektion der Kinder ist eines der größten Probleme". Pröll solle sich daher "nicht an einzelnen Begriffen festbeißen und Parteipolitik in der Schuldebatte forcieren", appellierte die Unterrichtsministerin.

Grüne: "Ohrfeige für Beatrix Karl"

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser warf Pröll vor, "die Chancen für ein modernes und leistungsfähiges österreichisches Schulwesen" und damit die Zukunftschancen Hunderttausender Kinder zu zerstören. Das Nein des VP-Obmanns zur Gesamtschule sei außerdem "eine schallende Ohrfeige für Beatrix Karl und die Reformwilligen in der ÖVP". Pröll sei offensichtlich von Fritz Neugebauer, dem Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele am Mittwoch "auf die Betonlinie eingeschworen" worden.

ÖVP-Chef Pröll hatte am Donnerstag gegenüber mehreren Bundesländer-Zeitungen erklärt, er könne sich die Gesamtschule nicht vorstellen. Er verteidigte das Gymnasium und betonte, man müsse bei den Hauptschulen ansetzen. Speziell in Wien - denn dort sei die Hauptschule zu einer "Migranten-Restschule" geworden.

(APA)