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Coronavirus

Salzburg-Cluster: 158 Kontaktpersonen isoliert

CORONAVIRUS: SALZBURG-CLUSTER
Das Treffen fand im Stiftskeller S. Peter in Salzburg statt.APA/BERNHARD NIEDERHAUSER
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Die Zahl der nachweislich Erkrankten stieg Montagabend noch auf 15 Personen. Wo sich der Indexfall - ein sogenannter „Superspreader“ - angesteckt hat, ist weiterhin unbekannt.

Der auf ein Rotarier-Treffen in der Stadt Salzburg zurückgehende Covid-19-Ausbruch im Bundesland hat bis Dienstagmittag zu keinen weiteren Erkrankungsfällen geführt. Die Zahl der im neuen Cluster mit SARS-CoV-2 infizierten Personen liegt damit weiter bei 15, nachdem Montagabend ein Pensionist positiv getestet wurde, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, befanden sich zuletzt 158 Kontaktpersonen in Heimquarantäne oder unterlagen Beschränkungen.

Wie der Sprecher der Landes, Franz Wieser, am Dienstag sagte, fallen dabei 103 Personen in die Kontakt-Kategorie 1. Das sind laut offizieller Definition all jene, die einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren, also die etwa im gleichen Haushalt leben, einem Infizierten die Hände geschüttelt haben, aber auch Personen, die sich länger als 15 Minuten mit weniger als zwei Metern Abstand zu einem Infizierten in einem Raum aufgehalten haben.

55 Personen wurden von den Gesundheitsbehörden als Kontaktpersonen der Kategorie 2 eingestuft. Das sind Menschen, die nur flüchtigen Kontakt hatten, sich etwa im gleichen Raum aufhielten, aber dem Erkrankten nicht näher kamen oder nicht mit ihm gesprochen haben. Diese müssen auch nicht in Heimquarantäne, sollten aber ihre sozialen Kontakte oder die Nutzung von Öffis freiwillig stark reduzieren.

Weil 16 der offenbar 26 Teilnehmer des Vortrags nach Ende der Veranstaltung noch in ein anderes Altstadtlokal gewechselt sind, wurden auch dort alle möglichen Kontaktpersonen auf Infektionen geprüft.

Infektionsquelle von „Superspreader“ unbekannt

"Wir haben mittlerweile alle bekannten Kontaktpersonen im Cluster getestet", sagte Wieser. Nun konzentriere man sich auf den Indexfall, also jene Person, welche die Infektionswelle in der Vorwoche ausgelöst hat. Bei ihm dürfte es sich um einen sogenannten Superspreader handeln, das sind Menschen die mit hoher Geschwindigkeit eine große Zahl an anderen Personen anstecken. Wo sich der Mann selbst angesteckt hat, ist nach wie vor unklar - und könnte womöglich auch ungeklärt bleiben. Zwar wird versucht, die Menschen in seinem Umfeld zu testen, wie Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz bereits am Montag erklärte, der Mann könnte sich aber bei jemandem angesteckt haben, der selbst keine Krankheitssymptome aufwies und mittlerweile nicht mehr Überträger des Virus ist.

Weil die Inkubationszeit beim Coronavirus mindestens 48 Stunden beträgt, gilt es als gesichert, dass der Mann sich selbst nicht bei der Veranstaltung, sondern woanders angesteckt hat. "Er fühlte sich am Montagabend noch völlig gesund, zeigte am Dienstag aber erste Symptome", berichtete Juhasz.

Salzburgs Regierung negativ

Juhasz zeigte sich zuletzt aber optimistisch, den neuen Covid-Cluster einfangen zu können. "Wir haben die Situation gut unter Kontrolle, weil alle relevanten Kontaktpersonen mittlerweile isoliert worden sind." Der neue Cluster hat insofern für erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt, weil sich bei dem Treffen des Rotary-Clubs im Stiftskulinarium St. Peter am 15. Juni neben einem hochrangigen Anästhesisten der Landeskliniken auch ein Spitzenbeamter des Landes und ein Mitarbeiter aus dem Büro von Bildungslandesrätin Maria Hutter infiziert haben.

Die Testung des Landeshauptmanns, der anderen sechs Regierungsmitglieder und von mehr als 80 weiteren Mitarbeitern in den Regierungsbüros und der Landesamtsdirektion brachte allerdings nur negative Ergebnisse.