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„Lask? Es bleibt nur in Erinnerung, dass betrogen wurde!“

SOCCER - BL, LASK vs Sturm
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Bundesliga. Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer und sein WAC-Kollege Ferdinand Feldhofer verstehen das Urteil des Protestkomitees in der Lask-Causa nicht. Hartberg-Coach Schopp sagt: „Lask hat sich immensen Schaden zugefügt.“

Wien. Dass der Punkteabzug des Lask am Montag vom Protestkomitee der Fußball-Bundesliga von sechs auf vier Zähler reduziert worden ist, hat bei Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer großes Unverständnis ausgelöst. Die Entscheidung sei für ihn „nicht nachvollziehbar“, erklärte der Burgenländer im Rahmen der Pressekonferenz vor dem heutigen Heimspiel gegen Salzburg.
„Es geht ja noch weiter, vielleicht sind sie dann gleich Meister“, sagte Kühbauer mit Hinweis auf die Ankündigung der Linzer, das Neutrale Schiedsgericht einzuschalten. „Ich gehe davon aus, dass sie alles zurückkriegen.“

Die Aussage von Lask-Präsident Siegmund Gruber, der Punkteabzug hätte für die kommende Saison ausgesprochen werden sollen, sorgte bei Kühbauer für Kopfschütteln. „Wenn man etwas macht, das nicht erlaubt ist und dann von der nächsten Saison spricht, kenne ich mich nicht mehr aus. Wenn man bei der Tour de France gedopt ist, wird man ja auch gleich gesperrt und nicht erst im nächsten Jahr.“

Die womöglich Leidtragenden

Nicht nur Kühbauers Ärger richtet sich gegen vor allem gegen die Funktionäre der Athletiker. „Die Ärmsten sind die Spieler. Die sind für Dinge bestraft worden, die die führenden Leute gemacht haben.“ Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic sprach im Zusammenhang mit den verbotenen Mannschaftstrainings der Linzer während der Corona-Pause von einem „beispiellosen Ding“. Das Urteil des Protestkomitees könne man „eh nur hinnehmen“.

Rapid könnte der Leidtragende der Punkterückgabe sein, schließlich liegt Lask nur noch zwei Punkte hinter dem von den Hütteldorfern gehaltenen zweiten Platz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Auch der seit Montag fünf Zähler hinter Lask liegende WAC ist betroffen. Er finde das Protestkomitee-Urteil „sehr komisch“, meinte WAC-Trainer Ferdinand Feldhofer.

Deutlichere Worte fand Hartberg-Coach Markus Schopp. „Auf das Urteil habe ich keinen Einfluss, aber egal wie man die Sache sieht: Was hängen bleibt ist, dass betrogen wurde. Und das Zweite ist, wie der Verein wahrgenommen wird – da ist es mir relativ egal, ob sie drei, vier, fünf oder sechs Punkte abgezogen bekommen“, sagte der Steirer. Mit den verbotenen Mannschaftstrainings habe sich Lask selbst immensen Schaden zugefügt. „Ich finde es schade, dass man sich die relativ gute Arbeit zerstört hat, doch damit muss der Verein leben, das kann man nicht einfach wegwischen. Von der besten Saison, die man seit Jahrzehnten gespielt hat, bleibt nur in Erinnerung, dass betrogen wurde.“

Salzburg verzichtete zu dieser Thematik auf eine Stellungnahme. Die „Bullen“ liegen nach derzeitigem Stand acht Punkte vor Lask und dürfen mit dem Titel und dem Einstieg ins Champions-League-Play-off planen. Für die Teams dahinter hingegen bedeutet die Unsicherheit bezüglich der Endtabelle über das Saisonende hinaus ein Problem. Der Vizemeister beginnt die Europacup-Saison Ende August in der Champions-League-Qualifikation, der Dritte am 22. Oktober in der Europa-League-Gruppenphase. (red)