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"ZiB Nacht"

Mohrenbräu-Logo: "Ad hoc etwas zu ändern, das 200 Jahre Tradition hat, ist falsch"

Mohrenbräu-Geschäftsführer Thomas Pachole in der "ZiB-Nacht"
Mohrenbräu-Geschäftsführer Thomas Pachole in der "ZiB-Nacht"Screenshot ORF
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In der „Zeit im Bild-Nacht“ war Mohrenbräu-Geschäftsführer Thomas Pachole zugeschaltet. Moderator Roman Rafreider ging der Frage nach, ob das Mohrenbräu-Logo nun geändert wird.

Die „Black Lives Matter“-Bewegung hat eine seit geraumer Zeit vorherrschende Kritik stärker aufflammen lassen, als je zuvor. Das Logo der Traditionsbrauerei Mohrenbräu, mit einem schwarzen Kopf mit krausem Haar und dicken Lippen, sei nicht mehr zeitgemäß und müsse nun endlich ersetzt werden. In der „ZiB-Nacht“ am Mittwoch war Geschäftsführer Thomas Pachole zugeschaltet und verteidigte das Logo.

Auf Roman Rafraiders Frage, ob man daran arbeite das Logo zu ändern, gab es eine klare Antwort von Pachole: „Nein.“ Kommunikationsexperte Hanno Schuster erklärte im Videoeinspieler des ORF kurz vor dem Interview, dass eine Logo- oder gar Namensänderung, für „solch ein Traditionsunternehmen“, verheerende Auswirkungen haben kann. „Wenn ich das Logo verändere, muss ich in Kauf nehmen, dass es den Kunden im ersten Moment erschreckt, weil er das Produkt nicht mehr erkennt. Ist das noch die selbe Qualität?“

Soll das Mohren Bräu-Logo geändert werden?
Soll das Mohren Bräu-Logo geändert werden?Screenshot, ORF

Mohren-Chef Pachole sagte, statt an einem neuen Logo zu arbeiten, sei man derzeit damit beschäftigt, „die Wogen, die in den letzen Tagen sehr hoch gegangen sind, wieder zu glätten.“ Zuletzt hatte die Vorarlberger Brauerei ihren Social Media-Auftritt auf Facebook und Instagram ruhend gestellt. „Wir werden jetzt erst einmal die größte Aufregung abwarten, um dann das Für und Wider rund um das Mohren-Logo erneut zu evaluieren“, so der Geschäftsführer. „Ad hoc etwas zu ändern, das 200 Jahre Tradition hat, ist sicherlich falsch.“

„Haben kein Foto des Gründers Josef Mohr“ 

Ebenfalls im Videoeinspieler des ORF waren zwei konkrete Vorschläge für ein mögliches neues Logo zu sehen. Zum einen ein schwarzer Birnenbaum, der als Wappen in der Brauereiheimat Dornbirn gilt, zum anderen die Silhoutte des Gründers Josef Mohr. Also eine Änderung der Konturen des schwarzen Kopfes. Pachole meinte darauf angesprochen, das diese Möglichkeit ihrerseits nicht bestehe, da sie leider kein Bild des Firmengründers Josef Mohr hätten.

Pachole sagte, die Änderung würde Jahre dauern, bis alle Bierkisten, Lokallaternen und andere Aufschriften geändert sind. Moderator Rafreider meinte, es sei selbstverständlich, dass eine Logoänderung länger dauere, das würden alle verstehen. Der Geschäftsführer: „Mit unserem höchsten Gut, das ist nun einmal die Marke, werden wir sehr vorsichtig und mit sehr viel Bedacht umgehen.“ Fakt ist, 1784 eröffnete Josef Mohr in Dornbin eine Gaststätte mit angeschlossener Brauerei. Rafreider fragte, warum der Name dann überhaupt „Mohren-“ und nicht „Mohr-Brauerei“ sei. Der Mohren-Chef meinte, es sei das Familienwappen der Famile Mohr, das sie verwenden. Es zeige den Heiligen Mauritius.

 

(witt)