Schnellauswahl
Social Media

Pride Month: So feiert das Netz die LGBTQ+ Community

Fast leere - aber bunte Straßen in Florida.
Fast leere - aber bunte Straßen in Florida.APA/AFP/Florida Keys News Bureau
  • Drucken

Neben Solidaritätsbekundungen für die Black-Lives-Matter-Bewegung findet auch eine andere Community gerade verstärkt Unterstützung im Internet: Die LGBTQ+ Community, denn es ist Juni und damit Pride Month.

Im starken Kontrast zu den schwarzen Bildern, die im Zuge der Black-Lives-Matter und insbesondere am „Blackout Tuesday“ Anfang des Monats gepostet wurden, um Solidarität mit dem verstorbenen US-Amerikaner George Floyd zu zeigen, sind in den sozialen Medien momentan sehr bunte und farbenfrohe Postings anzufinden. Denn es ist - noch - Juni, und der hat sich als „Pride Month“ etabliert. 

„Pride“ heißt auf Englisch „stolz“, und stolz und selbstbewusst zeigen sich in diesem Sinne Menschen auf der ganzen Welt im Umgang mit ihrer sexuellen Identität und Orientierung. Es geht aber auch darum, von außen ein Zeichen der Solidarität für Menschen der LGBTQ+ Community zu setzen. Ob homosexuell, bisexuell, quer oder transgender, „love is love“, so das Motto, und sie alle sollen dieselben Rechte haben.

Coronabedingt ist es heuer zwar schwierig, lautstark auf die Straße zu gehen und an Veranstaltungen und Events teilzunehmen. So wurde die 25. Regenbogenparade in Wien etwa abgesagt. Doch dafür findet man im Internet und in den diversen sozialen Medien Solidarität und Aufmerksamkeit für die Community. In Form von bunten Hashtags, neuen Stickern und GIFs, Regenbogenmotiven oder farbenfrohen Filtern etwa. „Um Gay Pride zu feiern, erhalten alle Stories, die einen Pride-Hashtag oder Pride-Sticker verwenden, einen Regenbogen als Story-Ring“, lässt Instagram beispielsweise wissen. 

Modelabels, Beauty Brands und andere Unternehmen zeigen dort ihren Support. Vielfach werden neue Kollektionen und Produkte präsentiert, deren Erlöse dabei an Organisationen gehen, die sich für die Rechte der LGBTQ+ Community einsetzen. 

Aber auch von den Stars kommt Support. „Es ist Pride Month“, erinnert Miley Cyrus mit einem Bild von Aktivistin und einer der Schlüsselfiguren in der Bewegung, Marsha P. Johnson. Britney Spears lässt wissen: „An alle meine Freunde aus der LGBTQ-Community, Happy Pride Month. Ihr bringt mir so viel Liebe und Freude. Wegen euch hatte ich die besten Nächte in meinem Leben!“

Ellen Degeneres zeigt einige ihrer „liebsten LGBTQ+ Momente“ aus ihrer Show und zählt Organisationen auf, die man unterstützen könnte.

Sängerin Camila Cabello habe größte Bewunderung und Respekt für die Community, schreibt sie. „Diese Menschen zeigen mir, was es bedeutet, sich selbst und seinem Herzen treu zu sein, sie zeigen mir, was es bedeutet, mutig zu sein und zu seiner eigenen Wahrheit zu stehen. Was es heißt - egal wie hart und beängstigend es scheint - zu lieben, wen auch immer du lieben willst.“ Sie äußerte sich auch zur Entscheidung der Trump-Regierung vom 12. Juni, die von Vorgänger Barack Obama geschaffene Regelung zum Schutz von Trans-Personen vor Diskriminierung im Gesundheitswesen zurückzunehmen. „Wir sind nicht dort, wo wir sein sollten, wir müssen uns wehren.“

Das letzte Juni-Wochenende stellt traditionell den Höhepunkt des Monats dar, an dem des legendären Stonewall-Aufstandes in der Nacht zum 28. Juni 1969 in New York gedacht wird. Schon im Laufe des gesamten „Pride Months" sind in diesem außergewöhnlichen Jahr bereits zahlreiche Events ins Internet ausgewichen und fanden online statt. Doch das größte steht noch - kurz - bevor.

Am Samstag, 27. Juni, soll das nach Angaben der Veranstalter größte LGBTQ+ Ereignis in der Geschichte stattfinden, für das sich Organisationen und Akteure aus der ganzen Welt zum „Global Pride“ zusammengetan haben. In einem 24-Stunden-Stream, der etwa über Youtube oder über die „Global Pride"-Website gesendet wird, werden zahlreiche Stars, Künstler und Aktivisten auftreten und sich für die Gleichberechtigung von LGBTQ+ Personen aussprechen. Auch viele Staats- und Regierungschefs nehmen daran teil. Mit einer Rede von Bundespräsident Alexander van der Bellen und einem Auftritt von Conchita Wurst wurde auch Unterstützung aus Österreich angekündigt.

(bsch)