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Börse 2020

Dämpfer für Versicherung

Vienna Insurance Group.
Vienna Insurance Group.(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
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Die Vienna Insurance Group hat ein erfolgreiches Jahr 2019 hinter sich. Die Coronakrise wird sich aber bemerkbar machen.

Wien. Ihr Ergebnis für das zweite Halbjahr wird die Vienna Insurance Group zwar Erst Ende August veröffentlichen. Doch schon jetzt ist klar, dass das Coronavirus im gerade zu Ende gehenden zweiten Quartal seine Spuren in der Bilanz des Unternehmens hinterlassen wird. Zuletzt äußerte sich die Versicherung Mitte Mai dazu: „Prämieneinbußen durch Rückgänge im Neugeschäft werden in der Entwicklung vor allem ab dem zweiten Quartal 2020 voraussichtlich noch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres bemerkbar sein“, teilte VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler mit.

Betroffen ist die Versicherungen auch aufgrund der schlechten Kapitalmarktentwicklung. Das Coronavirus führte Mitte Februar nämlich zu einem Crash an den Finanzmärkten, der in seiner Heftigkeit einzigartig war. Auch im Versicherungs-Neugeschäft könnte es zu Rückgängen kommen, die mit dem gleichzeitigen Anstieg im Onlinegeschäft nicht kompensiert werden könnten. Konkrete Prognosen blieb das Unternehmen - angesichts der unsicheren Lage - aber schuldig - so wie viele andere Konzerne auch.

Anfang Juni beteiligte sich die VIG mit 3,26 Prozent an der vom Wiener Genetiker Josef Penninger gegründeten Wiener Biotech-Firma Apeiron. Das Unternehmen arbeitet an einem Medikament zur Behandlung von Covid-19 Patienten. Die Unterstützung sieht die VIG „in erster Linie als soziale Investition einer nachhaltig orientierten Versicherungsgruppe in die Gesellschaft.“

 

Gewinn 2019 gestiegen

Das erste Quartal hat die Assekuranz weitgehend unbeschadet überstanden: Die Prämieneinnahmen konnten zwischen Jänner und Ende März um 7,2 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro zulegen. Vor allem der Jänner und Februar haben sich als starke Monate erwiesen. Besonders in Österreich und Polen gab es Zuwächse. Und so verbesserte sich auch das Nettoergebnis um 2,8 Prozent auf 85,8 Mio. Euro. Trotz erster dämpfender Effekte durch die Covid-19-Pandemie konnte man das Quartal im Plus abschließen.

Noch im abgelaufenen Geschäftsjahr war es für die VIG gut gelaufen. Die Einnahmen erhöhten sich um 7,7 Prozent bzw. um 742 Mio. Euro auf 10,4 Mrd. Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich um ein Viertel auf 331 Mio. Euro.

Die ursprünglich für Mitte Mai geplante Hauptversammlung wurde coronabedingt verschoben, einen neuen Termin gibt es noch nicht. Weshalb es auch noch keine finale Entscheidung darüber gefallen ist, wie hoch die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr ausfallen wird. Demnach gilt, was der Vorstand einst vorgeschlagen hat: Eine Erhöhung der Ausschüttung von einem Euro auf 1,15 Euro je Aktie. Die Dividende würde damit zum vierten Mal in Folge steigen. Die EU-Versicherungsaufsicht bekräftigte Anfang Juni allerdings ihre Empfehlung für die Branche, die da lautet: auf eine Dividende zu verzichten. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2020)