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Lichtindustrie

Zumtobel wieder in der Gewinnzone

(c) APA/BARBARA GINDL
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Aktionäre sollen eine Dividende von zehn Cent je Anteilsschein erhalten.

Wien/Dornbirn. Der börsennotierte Leuchtenhersteller Zumtobel ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 nach zwei Verlustjahren wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das Jahresergebnis verbesserte sich um 30 Mio. Euro auf plus 14,5 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz ist wegen der Coronakrise gesunken. Ein konkreter Ausblick für 2020/21 wird nicht gegeben.

Die Aktionäre sollen eine Dividende von zehn Cent je Aktie erhalten, für die beiden vorherigen Jahre hatte es keine Dividende gegeben. Das um Sondereffekte bereinigte Gruppen-Ebit hat sich auf 53,9 Mio. Euro fast verdoppelt. Die bereinigte Ebit-Marge sei von 2,4 auf 4,8 Prozent gestiegen und damit am oberen Ende der prognostizierten Spanne von drei bis fünf Prozent gelegen, hieß es. Im Jahresergebnis seien im abgelaufenen Geschäftsjahr Sondereffekte von 18,8 Mio. Euro enthalten gewesen, nach 25,0 Mio. Euro.

Die Ergebnisverbesserung zeige, dass das Strategieprogramm „Fokus“ greife, sagte Zumtobel-Chef Alfred Felder. Nach zwei harten Jahren zeigten sich nun weiterführende Erfolge, mit denen Zumtobel noch einmal stärker durch die Krise komme.

 

Corona setzte Geschäft zu

Der Umsatz ist laut Mitteilung bis einschließlich Februar und damit in den ersten zehn Monaten um 1,5 Prozent gewachsen, jedoch im gesamten Geschäftsjahr infolge der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro gesunken. Von der Krise besonders betroffen waren die wichtigen Märkte Großbritannien, Frankreich und Italien.

Im Lockdown wegen der Corona-Krise sei auch die globale Lieferkette unterbrochen gewesen. Die Umsätze hätten sich nun wieder auf deutlich niedrigerem Niveau stabilisiert, sagte Felder. Durch die Öffnung sehe Zumtobel nun eine „deutliche Belebung“, die allerdings langsam vonstatten gehe. Im laufenden Geschäftsjahr werde Zumtobel beim Umsatz „unter Vorjahr“ liegen, im folgenden aber wieder wachsen – abhängig auch von der weiteren Entwicklung. Die Umsätze seien stark von der Bauindustrie abhängig.

Kurzarbeit habe Zumtobel in Österreich, Deutschland, England und Frankreich angemeldet. In Österreich wolle man die Kurzarbeit bis September fortführen, fahre die Arbeit nun aber wieder sukzessive hoch. Es gab eine Werksschließung in Frankreich für zwei Wochen wegen Corona, in allen anderen Werken sei man durch rigide Maßnahmen ohne Fall durchgekommen. Die Zahl der Mitarbeiter sei im abgelaufenen Geschäftsjahr von 5878 auf 6040 gestiegen. „Wir möchten schnellstmöglich wieder an die erfreuliche operative Entwicklung vor Covid 19 anknüpfen“, sagte Felder.

Ein konkreter Ausblick für das Geschäftsjahr 2020/21 werde nicht gegeben, heißt es in der heutigen Mitteilung weiter. Die Strategie werde fortgesetzt. Vor dem Hintergrund der absehbar negativen Folgen von Covid-19 auf die gesamte Weltwirtschaft betrachte der Vorstand das Geschäftsjahr 2020/21 als ein „Jahr der Bewährung in einer weltweiten Krise“. Wie weitreichend und langwierig der globale Konjunktureinbruch infolge der Corona-Pandemie sein wird, sei aktuell nur schwer abzuschätzen. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2020)