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Kühlung

Kältering um Innenstadt

Symbolbild: Hitze in Wien.
Symbolbild: Hitze in Wien.(c) APA/ROLAND SCHLAGER
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Mit Donaukanalwasser will Wien-Energie die innere Stadt bis 2025 vermehrt nachhaltig abkühlen.

Wien. Ein „Ring aus Kälte“ um die Innenstadt schwebt der Wien-Energie vor: Mit Wasser aus dem Donaukanal, das durch Leitungen gepumpt wird, will man die innere Stadt mit Fernkälte nachhaltiger abkühlen. Das Unternehmen investiert bis 2025 80 Millionen Euro in den Ausbau.

Derzeit wird dafür auf Höhe des Badeschiffs am Donaukanal gebaut. „In fünf Jahren werden wir den Fernkältering um die Innenstadt vollständig schließen“, kündigt Michael Strebl, Geschäftsführer von Wien-Energie, an. „Bis 2025 und später können wir damit einen Großteil der öffentlichen Gebäude und Hotels in der Wiener Innenstadt klimafreundlich kühlen.“

Am Schottenring, in der Renngasse, am Schubertring und am Schwarzenbergplatz gibt es bereits Fernkältezentralen. Die fünfte Zentrale im ersten Bezirk entsteht derzeit am Stubenring auf der Dominikanerbastei, unter dem Gebäude der Alten Post. Diese soll bis 2021 fertig werden und „rund 6000 herkömmliche Klimageräte ersetzen“, so Wien-Energie. 70 Prozent weniger Energie als mit ursprünglichen Methoden zur Abkühlung würden somit verbraucht werden.

 

Unterirdische Zentralen

Die fertigen Zentralen sind unterirdisch verbaut. Erkennbar sind sie über einen Abgang auf der Straße, ähnlich wie bei einer Parkgarage. Die Innenstadt sei für Fernkälte besonders geeignet: durch die Nähe zum Donaukanal, aber auch, weil konventionelle Klimaanlagen oft nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar seien.

Generell steige der Bedarf an Fernkälte, berichtet Wien-Energie. Im vergangenen Sommer kühlte man damit um 25 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt 18 Fernkältezentralen betreibt das Unternehmen in der Stadt. Derzeit baue man in der Donaustadt auch Fußbodenheizungen in Fußbodenkühlungen um. (wal)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2020)