Schnellauswahl
Partymeile

Kanal: Mehr Kontrollen

Archivibild: Donaukanal.
Archivibild: Donaukanal.(c) APA/HERBERT P. OCZERET
  • Drucken

Stadt und Polizei berieten sich zur Causa Donaukanal. Ab Freitag gibt es vermehrt Kontrollen.

Wien. Der Donaukanal wurde während der Coronakrise zum Problemkind: Der Mindestabstand war bei spontanen Partys oft nicht eingehalten worden. Und das Müllaufkommen sei außergewöhnlich hoch, heißt es von der Stadt. Fünfmal mehr Müll falle im Vergleich zu Wochenenden aus dem Vorjahr an.

Am Donnerstag setzten sich Vertreter der Stadt und der Polizei deshalb zu einem runden Tisch zusammen: Mitarbeiter der städtischen Gruppe Sofortmaßnahmen, von verschiedenen Magistratsabteilungen und der Polizei berieten sich.

Ergebnis: Ab Freitag werde nun vermehrt kontrolliert, berichtet Walter Hillerer von der Gruppe Sofortmaßnahmen. Ein Fokus soll auf Lärmbelästigung durch mitgebrachte Musikanlagen gelegt werden. Zuletzt wurden bis zu 100 Dezibel gemessen. „Wir setzen aber nach wie vor auf den Dialog“, so Hillerer. Bei Widerstand werde beschlagnahmt. Außerdem soll es „sichtbar mehr“ Polizeikräfte vor Ort geben, um Coronaregeln zu kontrollieren.

Mehr Müllgefäße und WCs werden außerdem aufgestellt. Weiterhin sollen von der Gruppe Sofortmaßnahmen illegale Alkoholverkäufe kontrolliert werden. Ein Alkoholverbot am Donaukanal sei aber bei der Besprechung kein Thema gewesen, so Hillerer.

 

Donaukanal als „Müllhalde“

Die Causa Donaukanal hatte in Vergangenheit zu politischen Streitereien geführt. Die ÖVP kritisierte Mitte Juni, dass die Stadt zu wenig Infrastruktur zur Verfügung stelle. Der Donaukanal würde so zur „Müllhalde“ werden, so ÖVP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer.

Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hatte die Kritik als „scheinheilig“ bezeichnet, die Situation am Kanal sei auf die Schließung der Clubs zurückzuführen. Die Reinigungsmaßnahmen seien bereits erhöht worden, so Sima Mitte Juni. (wal)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2020)