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Spar bekommt Anfang 2021 neuen Chef

Fritz Poppmeier folgt Gerhard Drexel nach.

Wien. Beim Salzburger Familienkonzern Spar ist die Nachfolge streng geregelt. Die Statuten sehen ein Alterslimit von 65 Jahren vor, die Chefs kommen immer aus den Gründerfamilien. Der langjährige Spar-Boss Gerhard Drexel erreicht im August dieses Alter und muss daher das Szepter mit Ende 2020 abgeben. Neuer Vorstandsvorsitzender der Spar Holding AG wird mit Jahresbeginn 2021 Fritz Poppmeier (54).

Poppmeier (Foto) stammt wie Drexel aus der Familie der Spar-Gründer. Auch sein künftiger Stellvertreter, Hans K. Reisch (58), ist freilich aus diesen Reihen. Der Handelskonzern Spar gehört zu 93 Prozent den Familien Drexel, Poppmeier und Reisch, den Rest besitzen einzelne Privatpersonen.

Der Vorarlberger Drexel ist seit 31 Jahren im Spar-Vorstand, 20 Jahre davon als Vorstandsvorsitzender. Als Miteigentümer wird er Anfang 2021 in den Aufsichtsrat wechseln und dort den Vorsitz übernehmen, gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Rudolf Staudinger wird nach 36 Jahren bei Spar und nach 18 Jahren im Vorstand ebenfalls per Ende des Jahres mit 65 Jahren aus dem Vorstand ausscheiden.

Anders als andere Handelsmanager scheute Drexel keine Konfrontation. Er wetterte lautstark gegen Freihandelsabkommen wie Ceta und TTIP, erst Anfang des Jahres zog er sich den Protest der Bauern zu, als er ein „Handelsbashing“ durch Agrar-Funktionäre kritisierte. 2014 trug Drexel öffentlich einen Konflikt mit dem Chef der Wettbewerbsbehörde, Theodor Thanner, aus. Es ging um vermutete Preisabsprachen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2020)