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Analyse

Banken haben Coronakrise im Griff

Österreichs Banken haben ihre Kapitalausstattung seit der Krise 2008 verdoppelt.
Österreichs Banken haben ihre Kapitalausstattung seit der Krise 2008 verdoppelt.Die Presse
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Zuletzt war die Weltwirtschaft in der Krise 2008 in einer so schlechten Verfassung. Schuld daran waren die Banken. Nun wollen sie sich von einer anderen Seite zeigen.

Wien. „Diesmal sind Banken nicht schuld an der Krise, sondern Teil der Lösung.“ Ein Satz, der in Bankenkreisen seit Ausbruch der Corona-Pandemie oft zu hören ist – und einer, der tief blicken lässt. Die explizite Betonung der Unschuld zeigt einerseits, dass man sich in der Branche der Verantwortung bewusst ist, die Finanzkrise von 2008 ausgelöst zu haben. Andererseits weist die Aussage auf die Bereitschaft hin, es diesmal besser machen zu wollen – womöglich gar die Chance zu nützen, das schlechte Image der Bankenindustrie in der aktuellen Krise tatkräftig und nachhaltig zurechtzurücken.

Und diese Chance haben die Kreditinstitute auch bekommen: Sie wurden vom Staat damit betraut, an der Verteilung der staatlichen Corona-Hilfsgelder mitzuwirken. Auch wenn die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, kann man bis dato feststellen: Es war von Beginn an eine sehr undankbare Aufgabe für die Banken. Zeitweise drohte die Stimmung sogar zu kippen, weil die Hilfskredite abgelehnt oder zu langsam ausgezahlt wurden. Die Banken waren kurz davor, wieder zu Sündenböcken zu werden.