Schnellauswahl
Moderner Fünfkampf

Olympias vielseitiges Orchideenfach

Das Laufen bezeichnet Gustav Gustenau bislang noch als schwächste der fünf Disziplinen, und trainierte sie in der Coronapause deshalb umso mehr.
Das Laufen bezeichnet Gustav Gustenau bislang noch als schwächste der fünf Disziplinen, und trainierte sie in der Coronapause deshalb umso mehr.HBF/Daniel Trippolt
  • Drucken
  • Kommentieren

Als Exot hält sich der Moderne Fünfkampf seit 1912 im Programm der Olympischen Spiele. In Pierre de Coubertins Vorstellung des vollkommenen Athleten hat Junioren-Vizeweltmeister Gustav Gustenau, 21, seine Leidenschaft gefunden.

Die sportliche Moderne heißt Surfen, Skateboard (feiert 2021 in Tokio sein Olympia-Debüt) oder Breakdance (2024 in Paris). Der Moderne Fünfkampf beansprucht diesen Titel zwar im Namen, wirkt inzwischen jedoch fast ein wenig aus der Zeit gefallen. Dabei hatte Pierre de Coubertin, Gründervater der Olympischen Spiele der Neuzeit, nichts Geringeres im Sinn, als damit den vollkommensten Athleten zu küren. In Anlehnung an den antiken Fünfkampf (Laufen, Diskus, Weitsprung, Speer, Ringen) hatte de Coubertin ein klares Szenario vor Augen: Ein Soldat im feindlichen Gebiet, auf sich allein gestellt. Er muss laufen und schwimmen, mit Schwert, Pistole und einem ihm fremden Pferd umgehen können. 1912 feierte der Moderne Fünfkampf in Stockholm seine olympische Premiere, seit 2000 in Sydney bekommen auch Frauen Medaillen.