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Anti-Rassismus

Erzbischof von Canterbury: "Jesus war kein Weißer"

(c) REUTERS (ALESSANDRO GAROFALO)
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Der weiße Jesus ging um die Welt, aber er wird  "auf so viele Arten dargestellt, wie es Kulturen, Sprachen und Anschauungen gibt“, sagt der Erzbischof.

"Jesus war kein Weißer" - mit diesem Kommentar hat Erzbischof Justin Welby, Primas der anglikanischen Kirche von England, seine Lieblings-Christusdarstellungen aus aller Welt getwittert und daran erinnert, dass Jesus aus dem Nahen Osten stammte. Der Tweet mit dunkelhäutigen Christus-Darstellungen flankiert ein Interview Welbys, in dem er sagte, die Kirche von England solle ihre Vorstellung von Jesus als weißem Mann überdenken.

Vielen Kirchen auf der ganzen Welt sähen "einen schwarzen Jesus, einen chinesischen Jesus, einen nahöstlichen Jesus - der natürlich der genaueste ist - oder einen fidschianischen Jesus". Er werde "auf so viele Arten dargestellt, wie es Kulturen, Sprachen und Anschauungen gibt", so der Erzbischof von Canterbury.

Tatsächlich: Von Haiti bis Thailand haben Maler auch früherer Zeiten Jesus den dort lebenden Menschen ähnlich gemacht.
Trotzdem ging Jesus (natürlich) vor allem als „Weißer“ um die Welt.

Nun dürfe es aber nicht darum gehen, alles wegzuwerfen, was in der Vergangenheit geschaffen wurde, sondern darum, sich der Universalität Gottes zu erinnern, der "ganz Mensch geworden" sei. Unterstützer der Anti-Rassismus-Kampagne "Black Lives Matter" haben auch in Großbritannien dazu aufgerufen, Denkmäler von Sklavenhändlern niederzureißen. Für seine Bischofskirche in Canterbury sagte der Erzbischof zu, dass alle Statuen und Bilder überprüft würden.

>> Bildersturm gegen den „weißen Jesus“ - ein „Einspruch" von Anne-Cathrine Simon

 

(Ag/Red.)