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Disziplinarstrafe

Chirurg darf nicht mit nackten Brüsten werben

Die sachliche Information über die Tätigkeit des Arztes sollte in der Selbstdarstellung im Vordergrund stehen.
Die sachliche Information über die Tätigkeit des Arztes sollte in der Selbstdarstellung im Vordergrund stehen.(c) REUTERS (Bernadett Szabo)
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Ein Schönheitschirurg pries mit Fotos von Frauen im Slip Behandlungen an. Das Verwaltungsgericht hätte die Strafe nicht einfach aufheben dürfen.

Wien. Es seien „nicht etwa die Brüste der Frauen im Vordergrund“ gestanden, sondern „das körperliche Wohlbefinden, was sich in ihren Gesichtern widerspiegeln“ sollte. Das diagnostizierte das Verwaltungsgericht Wien nach den werblichen Aktivitäten eines Schönheitschirurgen. Der Arzt hatte auf seiner Website und in einer Zeitung seine ästhetischen Behandlungen und Operationen mit Bildern von Frauen angepriesen, die nur mit Slips bekleidet waren.

Der Disziplinarrat der Ärztekammer bestrafte den Arzt mit einem Verweis, das Verwaltungsgericht Wien hob daraufhin die Strafe auf. Wie jetzt der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) entschied, hätte das Gericht das so nicht tun dürfen: Wenn schon, dann hätte es einen Freispruch fällen müssen – doch auch der hätte der höchstgerichtlichen Prüfung wohl nicht standgehalten.