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Deutsche Bundesliga

Ein Traditionsverein hofft, der andere leidet

Bremen atmet durch – und darf weiter auf den Klassenerhalt hoffen. [ AFP ]
Bremen atmet durch – und darf weiter auf den Klassenerhalt hoffen. [ AFP ](c) APA/AFP/PATRIK STOLLARZ (PATRIK STOLLARZ)
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Werder Bremen atmet nach dem abgewendeten Fixabstieg erst einmal durch. Der HSV
hingegen hat seine letzte Chance auf die Relegation verpasst und muss ein weiteres Jahr in der 2. Liga ausharren.

Bremen. Von den meisten längst abgeschrieben, hat sich Werder Bremen am letzten Spieltag mit einem 6:1-Kantersieg gegen Köln und Schützenhilfe von Union Berlin noch einmal in die Relegation gerettet. „Wunder wäre vielleicht noch etwas zu hoch gegriffen“, sagte Trainer Florian Kohfeldt nach der Torgala gegen lust- und leidenschaftslose Kölner. „Wenn wir es am Ende noch schaffen, dann würde ich es in der Kategorie einordnen.“


In der Relegation wartet am Donnerstag und nächsten Montag der 1. FC Heidenheim und nicht ein Wiedersehen mit dem HSV. Die Hamburger unterlagen am Sonntag Sandhausen mit 1:5, womit die Schützenhilfe von Arminia Bielefeld wertlos war. Schon ein Remis hätte gereicht, um Heidenheim vom dritten Platz zu verdrängen. So aber spielt der Klub aus der 50.000-Einwohner-Stadt in Baden-Württemberg gegen Bremen um den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga, der HSV muss unterdessen ein drittes Jahr in der 2. Liga ausharren.

Werder möchte unterdessen den zweiten Abstieg der Klubgeschichte abwenden und eine völlig verkorkste Saison doch noch zu einem versöhnlichen Ende bringen. Deshalb mahnte Kohfeldt: „Wir haben noch gar nichts erreicht. Die brutale Drucksituation bleibt bestehen.“ Auch in der Führungsetage wurde nach dem ersten Durchatmen zur Besonnenheit gemahnt. „Wir sind selbstbewusst, aber auch vorsichtig, da wir in dieser Saison nach Erfolgen immer wieder Negativerlebnisse hatten. Die Situation bleibt schwierig. Es ist noch nichts erreicht“, betonte Aufsichtsratschef Marco Bode.

ÖFB-Legionär Marco Friedl überzeugte gegen Köln, als er den ersten Treffer einleitete und einen weiteren Assist beisteuerte. Der Tiroler, 22, hat sich in seiner ersten vollen Saison nach dem Wechsel von Bayern München als Fixkraft auf der linken Bahn etabliert: Er bestritt 27 von 34 Bundesligaspielen – und hofft auf weitere in der neuen Saison. „Jetzt haben wir noch zwei Finalspiele – volle Konzentration und volle Kraft. Wir können und wir werden“, schrieb Friedl auf Instagram.

CL-Hymne in Gladbach

Borussia Mönchengladbach feierte indes Platz vier und die Direktqualifikation für die Champions League. „Das ist ein außergewöhnlicher Moment für diesen Verein“, meinte Marco Rose. Seinen Anteil als Trainer wollte er nicht überbewerten. „Ich war gut vorbereitet und habe ein tolles Trainerteam“, betonte der 43-Jährige, dass der Schritt von Salzburg in die deutsche Bundesliga nicht so groß gewesen sei. Mit den CL-Millionen möchte Sportdirektor Max Eberl verantwortungsvoll beim Kader „quantitativ und qualitativ“ nachbessern. Auf dem Wunschzettel soll unter anderem der in Leipzig unglückliche ÖFB-Youngster Hannes Wolf stehen, dem unter Rose einst in Salzburg der Durchbruch gelungen ist. (red.)