Schnellauswahl
Kino

„Das Vorspiel“: Über Freuden und Tortur der Musikausbildung

(C) Filmladen
  • Drucken
  • Kommentieren

Ein etwas unrundes Kammerspiel, immerhin blendend besetzt: „Das Vorspiel“ von Ina Weisse mit Nina Hoss, Sophie Rois und Thomas Thieme.

In „Das Vorspiel“ von Ina Weisse setzt sich Musiklehrerin Anna Bronsky (Nina Hoss) für den jungen Geiger Alexander (Ilja Monti) ein, der für ihre Kollegen nicht ausreichend begabt ist: „Seine Finger kleben am Instrument“, sagt Annas Kollegin: Sophie Rois spielt sie und geizt auch in der Folge nicht mit Bosheiten. Der Film handelt aber nicht nur von den Torturen und Freuden der Musikausbildung, die spätestens seit Elfriede Jelineks „Klavierspielerin“ kein Geheimnis mehr sind. Wir sehen auch die Verwirrungen Annas, die zwischen dem Cellisten Christian Wels (Jens Albinus) und ihrem Mann, dem Musikinstrumentenbauer Philippe (Simon Abkarian), steht. Mit ihm hat sie den Sohn Jonas (Serafin Gilles Mishiev), der vielseitig interessiert ist, aber auch eine kriminelle Schlagseite zu haben scheint, jedenfalls will der Bub nicht mehr Geige spielen, vielleicht aus Eifersucht auf Alexander, den begabten Schüler seiner Mutter. Diese ist eine schöne, aber etwas schwierige Frau, die in ihrer Karriere als Geigerin gescheitert ist und neben ihrer Familie auch noch ihre alten Verwandten (darunter der wie stets wunderbare Thomas Thieme) betreuen muss. Man sieht schon: In diesem Kammerspiel ist allerhand los.