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Bundesliga

Rapids historische Wiederauferstehung

Am Ende durfte Rapid über einen 3:2-Sieg jubeln.
Am Ende durfte Rapid über einen 3:2-Sieg jubeln.(c) Gepa
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Erstmals seit 35 Jahren gewann Rapid nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch das Spiel. Spannung vor den letzten beiden Spiel ist garantiert. Nun kommt es zum Schlager gegen Lask.

Rapid hat sich im Kampf um den Fußball-Bundesliga-Vizemeistertitel zwei Runden vor Saisonende wieder in die Pole Position gebracht. Für den 3:2-Erfolg bei Sturm Graz nach 0:2-Rückstand war ein Energieanfall nach der Pause entscheidend. "Es war eine richtige Schlacht in der zweiten Halbzeit. Wir haben ein paar Gänge raufgeschaltet und alles reingehauen", sagte Rapids Maximilian Ullmann.

Nach dem historischen 2:7-Heimdebakel gegen Salzburg im Allianz Stadion am Mittwoch konnte man diesmal auf positive Art Geschichte schreiben. Erstmals seit 35 Jahren gewann Rapid nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch. "Erste Hälfte war Angsthasen-Fußball, da haben wir kaum den Ball in den eigenen Reihen halten können. Wie wir dann zurückgekommen sind, ist unglaublich. Wir haben dann genau das gemacht, was wir vorher schon wollten. Es war wichtig, dass die Mannschaft eine Reaktion gezeigt hat", analysierte Coach Dietmar Kühbauer.

Auch Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic hatte mit dem Auftritt nach der Pause seine Freude: "Da hatten wir eine sensationelle Moral, haben alles rausgeholt. Wir waren insgesamt die bessere Mannschaft, haben daher verdient gewonnen." Der wieder genesene Kelvin Arase (51.) leitete den Umschwung gleich nach Wiederbeginn ein, die weiteren Tore durch Stefan Schwab (83./Elfmeter) und Ercan Kara (90.) fielen erst im Finish.

„Es läuft ein bisschen“ 

Der 24-jährige Kara sorgte genau eine halbe Stunde nach seiner Einwechslung für das Goldtor. Der Stürmer traf im zweiten Spiel in Folge und zum dritten Mal im siebenten Ligaeinsatz. "Es läuft ein bisschen", ist sich Kara bewusst. Zuletzt zeigte er genau jene Effizienz, die etwa Christoph Knasmüllner und Koya Kitagawa bei Topchancen in Graz vermissen ließen. "Er hat eine Zeit gebraucht, damit er körperlich aufholt. Er hat Potenzial und kann Tore schießen, deshalb haben wir ihn ja auch geholt", sagte Kühbauer über seinen Matchwinner.

Mit Melih Ibrahimoglu spielte ein weiterer Wechselspieler eine tragende Rolle, in dem der 19-Jährige den Elfmeter herausholte. "Ich möchte schon sagen, dass wir mit dieser Verletzungsproblematik eine unglaublich gute Saison spielen", betonte Kühbauer. Besonders freue ihn das für die vielen jungen Spieler.

Die stehen nun vor einer entscheidenden Partie am Mittwoch (20.30 Uhr), kommt doch der Lask zum Schlager nach Wien. Rapid hat ein Plus von zwei Punkten, sollte der Lask nicht nachträglich vom Schiedsgericht noch welche der vier abgezogenen Zähler zurückerhalten. "Wir müssen alles reinlegen in den letzten zwei Spielen", gab Kühbauer die Marschroute vor. Auf seine Elf wartet auch noch der schwere Gang zum WAC, der mit einem Rückstand von vier Punkten noch in Richtung Rang zwei schielen darf.

Vorerst zählt aber nur der Lask. "Wenn wir wie in der zweiten Halbzeit, jeder für jeden kämpfen, dann bin ich guter Dinge, dass uns ein Sieg gelingen wird", blickte Ullmann dem Duell mit seinem Ex-Club optimistisch entgegen.

Sturm Graz: „Eine Niederlage, die sehr wehtut“

Für Sturm gab es auch bei der Premiere von Interimstrainer Thomas Hösele keine Trendumkehr, Niederlage Nummer vier in Folge stand am Ende zu Buche. "Das ist eine Niederlage, die sehr wehtut. In der ersten Halbzeit haben wir das, was wir uns vorgenommen haben, über weite Strecken sehr gut umgesetzt. Zweite Halbzeit hat uns der Mut gefehlt, und mich ärgert insbesondere wie billig die Gegentore zustande gekommen sind", resümierte der 51-Jährige.

Die Spieler wirkten zum Teil ratlos. "Wenn man eine 2:0-Führung aus der Hand gibt, so hat man sich die Niederlage selber eingebrockt. Wir wehren uns zu wenig, sind bei entscheidenden Szenen zu weit vom Gegner weg, lassen uns reindrücken und zu viele Flanken zu", meinte Kapitän und Torschütze Stefan Hierländer. Offensivspieler Jakob Jantscher formulierte es drastischer: "Wir haben 2. Halbzeit alles vermissen lassen, sind in einer Scheißsituation. Da geht momentan nichts, das ist sehr zermürbend."

Der Rückstand auf Rang fünf, der noch die Europacup-Chance am Leben hält, beträgt nach wie vor vier Zähler. Das Gastspiel in Salzburg und das direkte Duell mit Hartberg stehen noch an. "Wir müssen aus der Niederlage lernen, das Positive mitnehmen und neuen Mut fassen für das Spiel in Salzburg", verlautete Hösele. Ob Thorsten Röcher, Christoph Leitgeb und Philipp Huspek mitwirken können, ist offen. Das Trio war kurzfristig gegen Rapid ausgefallen. Positiv für Sturm ist, dass man auswärts antritt. Zu Hause wurden heuer wie auch vergangene Saison alle Spiele in der Meistergruppe verloren.

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