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Steiermark-Wahlen: Parteien erobern alte Hochburgen zurück

APA/ERWIN SCHERIAU
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Die SPÖ holte sich bei den Kommunalwahlen Weiz zurück, die ÖVP Hartberg. In Lassing gelangen den Schwarzen gar 100 Prozent.

Die 2015 ins Wanken geratenen Hochburgen der Großparteien haben am Sonntag bei der steirischen Gemeinderatswahl eine Stärkung erfahren: Die SPÖ holte sich die Absolute in Weiz zurück, die ÖVP in Hartberg. Die Hauptstädte sind fest teils in schwarzer, teils in roter Hand. Die größten Mehrheiten waren in kleineren Gemeinden: die ÖVP in Lassing mit 100, die SPÖ in Kainach bei Voitsberg mit 81,35 Prozent.

Für die Volkspartei ist es mit 47,18 Prozent das zweitbeste Ergebnis bei steirischen Gemeinderatswahlen seit 1945. Nur 1975 schaffte die ÖVP mit 47,38 Prozent ein besseres Resultat. Für die Partei war das eine kleine Überraschung. Gar nicht überraschend sind dagegen die 100 Prozent in Lassing, denn dort war nur die ÖVP am Stimmzettel zu finden. Schon aussagekräftiger sind dafür die 92,78 Prozent in Schäffern, die 89,54 Prozent in Pöllauberg sowie die 86,67 Prozent in Hartl - alle drei Gemeinden liegen im schwarzen Kernland Oststeiermark. In Murau und Feldbach baute die ÖVP ihre Absolute aus.

Hitliste der Mehrheiten

Ebenfalls noch in der Oststeiermark, aber seit jeher rotes Kerngebiet ist die Stadt Weiz. 2015 war die Absolute wegen nur einer Stimme verloren gegangen. Bürgermeister Erwin Eggenreich holte sich am Sonntag die Absolute eindrucksvoll mit einer Zweidrittelmehrheit und 67,64 Prozent zurück. Weitere SPÖ-Hochburgen in den Industriestädten der Mur-Mürz-Furche wurden gefestigt: Die Sozialdemokraten holten die Absolute in Knittelfeld und in Bruck an der Mur zurück. In Liezen und Leoben reichte es zwar nicht für die Absolute, aber man hielt die relative Mehrheit. In Deutschlandsberg und Voitsberg bauten die Roten die Absolute aus, in Leibnitz holte man sich diese, nachdem es 2015 um nur ein paar Hundertstel Prozentpunkte nicht geklappt hatte.

In der Hitliste der Mehrheiten sind bei der SPÖ nach Kainach bei Voitsberg noch Haselsdorf-Tobelbad (Bezirk Graz-Umgebung), Gralla (Bezirk Leibnitz) sowie Turnau (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) mit jeweils knapp über 80 Prozent der Stimmen zu finden. Die FPÖ legte nach den erfolgreichen Gemeinderatswahlen 2015 diesmal kräftig ab: Bestes Ergebnis erzielten die Blauen in Bad Blumau (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld), wo sie 37,91 Prozent der Stimmen ergatterten und sogar um 7,75 Prozentpunkte zulegten. Überall sonst blieb man unter der 30 Prozent-Marke.

Die steirischen Grünen haben - neben Graz, wo ja am Sonntag nicht gewählt wurde - eine ganze Hochburgen-Region für sich entdeckt: In vielen Gemeinden nordöstlich von Graz haben die Grünen relativ hohe Stimmenanteile eingeholt. In der Schöckl-Talstation-Gemeinde St. Radegund kratzten sie mit 19,98 Prozent an der 20-Prozent-Hürde. In Gleisdorf waren es 19,58 Prozent, in Eggersdorf bei Graz sowie in Kumberg und Stattegg schaffte man jeweils mehr als 18 Prozent.

Für die Grünen St. Radegund, für die KPÖ Trofaiach 

Was für die Grünen St. Radegund ist, ist für die KPÖ Trofaiach (Bezirk Leoben): Die Kommunisten holten dort 21,51 Prozent, den zweiten Platz und einen zweiten Sitz im Stadtsenat. NEOS freuten sich über den Sprung über die 10-Prozent-Hürde in Ramsau am Dachstein (Bezirk Liezen) sowie in Ludersdorf-Wilfersdorf (Bezirk Weiz).

Die ÖVP holte sich in 180 Gemeinden die absolute Mehrheit beim Stimmenanteil. Ganz knapp war es dabei in St. Ruprecht an der Raab und Ehrenhausen an der Weinstraße: In der oststeirischen Gemeinde klappte es mit 50,25 Prozent der Stimmen, in der südsteirischen Kommune dagegen mit 49,90 Prozent gerade nicht.

Der SPÖ gelang das Kunststück der Absoluten in 61 Gemeinden. In Raaba-Grambach südöstlich von Graz etwa konnte die SPÖ die knappe Absolute von 2015 mit 51,73 Prozent halten.

(APA)