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Quergeschrieben

Aus dem Babyelefanten wurde längst eine Mücke gemacht

Hinterher, heißt es, sind immer alle klüger. Gilt im Besonderen für notorische Besserwisser, wie die Covid-19-Pandemie so schön zeigt.

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„Wer erst klug wird nach der That, der braucht seine Weisheit viel zu spat“, wusste Georg Rollenhagen schon im 16. Jahrhundert. Fridolin Ganter zitiert den Dramatiker und Prediger in seinem Buch „Sprachwert, Weltbild, Wortgauner“, in dem er über die „Klugheit als Bedingung der Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen“ philosophiert. Ganters Zwischenresultat, wonach sich jeder für klüger halte als er sei, klingt nach Kalendersinnspruch. Beschreibt aber äußerst klug, nicht nur die blamablen Heißluftplaudereien im Ibiza-Untersuchungsausschuss, der vielen Bürgerinnen und Bürgern mangels Erkenntnisgewinn bereits am Popsch vorbeigeht, sondern auch die coronärrische Kakofonie der rund acht Millionen Virologen, Epidemiologinnen, Simulationsexpertinnen, Mathematiker und Verfassungsjuristen, die in Österreich inden vergangenen Wochen aus dem Boden geschossen sind. Und die genau wissen, was man wie und warum in Sachen Covid-19 früher, besser, mehr oder weniger oder womöglich am besten gar nicht hätte tun sollen.