Wenn die Reichen im Sommer nach Monaco übersiedeln, veranstaltet das Auktionshaus Artcurial dort seine Luxusauktionen.
Das Fürstentum Monaco an der Côte d’Azur gilt als Refugium der Reichen und Schönen, wenn sie im Sommer der Hitze ans Meer entfliehen wollen. Hier haben die Privilegierten aus aller Welt ihre Villen und Sommerhäuser, hier trifft man seinesgleichen. Das hat das französische Auktionshaus Artcurial schon vor 16 Jahren begriffen und hält seither jeden Sommer im elitären Hotel Hermitage seine Luxus-Sommerauktionen ab. Geboten werden Oldtimer, Schmuck, Uhren und Hermès-Vintage. Doch heuer ist coronabedingt alles ein bisschen anders. Zwar wird es die Auktionstage vom 19. bis 21. Juli auch dieses Jahr geben, aber die Akquisition ist beispielsweise laut Martin Guesnet, Direktor für Entwicklung und Europa bei Artcurial, noch nicht beendet. „Das Kunstgeschäft basiert auf Mobilität. Wenn das nicht funktioniert, gibt es auch keine Auktionen. Die Experten müssen die Ware sehen, und sie muss verschickt werden können. Das war während der letzten beiden Monate das größte Problem“, so Guesnet. Deshalb verzichtet Artcurial dieses Jahr auf den gedruckten Katalog für Monaco, um die Einbringungsphase bis Ende Juni verlängern zu können. Stattdessen erscheint ein Onlinekatalog, der laufend ergänzt werden kann.
Monaco Sculptures abgesagt
Dem Virus fällt heuer jedenfalls die erst im Vorjahr erfolgreich gelaunchte Spezialauktion „Monaco Sculptures“ zum Opfer. „Wir haben uns gegen die Auktionen entschieden, weil wir die Skulpturen nicht rechtzeitig transportieren konnten. Bei der Auktion geht es nicht nur um die Versteigerung, sondern um die Ausstellung in Form eines Skulpturenparcours an den schönsten Plätzen der Stadt. Dieser Parcours wird im April aufgestellt und steht dann über den ganzen Sommer“, begründet Guesnet die Absage. Dafür werden Oldtimerliebhaber heuer voll auf ihre Kosten kommen. Denn weil sich alles verschiebt, wurde die Oldtimerauktion, die Artcurial immer zur Le Mans Classic abhält, diesmal nach Monaco verlegt. Monaco mit seiner langjährigen Renntradition sei der richtige Ort für eine hochkarätige Oldtimerauktion. „Wir konnten Anfang Juni noch eine Sammlung akquirieren. Darunter ist auch ein Ferrari, der auf um die zwei Millionen Euro geschätzt wird“, sagt Guesnet. Ein weiterer Höhepunkt der Auktion ist ein Mercedes-Benz 300SL Roadster aus dem Jahr 1957, der auf 800.000 bis eine Million Euro geschätzt ist.