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Lufthansa-Aktionär Thiele vor Rückkehr in Knorr-Bremse-Aufsichtsrat

Heinz Hermann Thiele hat Knorr-Bremse zu einem Weltmarktführer geformt
Heinz Hermann Thiele hat Knorr-Bremse zu einem Weltmarktführer geformtAPA/AFP/Knorr-Bremse AG/HANDOUT
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Deutscher Bremsenkonzern steht zu zwei Dritteln in Händen der
Milliardärsfamilie Thiele.

Beim deutschen Bremsenspezialisten Knorr-Bremse will Großaktionär Heinz Hermann Thiele nach vier Jahren Pause wieder in den Aufsichtsrat einziehen. Der 79-jährige Lufthansa-Großaktionär stellte sich auf der Hauptversammlung am Dienstag zur Wahl.

Vorstandschef Bernd Eulitz sagte: "Seine strategische Weitsicht hat das Unternehmen nicht nur zu einem Weltmarktführer und international führenden Industrieunternehmen gemacht, sondern auch für den Kapitalmarkt bestens aufgestellt."

Thiele besitzt mit seiner Familie heute rund 65 Prozent der Aktien des Spezialisten für Zug- und Lkw-Bremsen. Vor zwei Wochen waren es sogar noch 70 Prozent gewesen. Aber kurz vor der Lufthansa-Hauptversammlung hatte Thiele noch Knorr-Bremse-Anteile für 700 Millionen Euro verkauft. Der Milliardär war seit März zum größten Aktionär der AUA-Mutter aufgestiegen und hatte den Einstieg des deutschen Staats bei der Lufthansa kritisiert, letztlich aber doch zugestimmt.

Neben Thiele stehen auch der ehemalige Airbus-Chef und heutige Lufthansa-Aufsichtsrat Tom Enders sowie Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer zur Wahl in den Aufsichtsrat von Knorr-Bremse. Die Amtszeit dreier langjähriger Aufsichtsräte läuft am Dienstag aus.

Auf der Online-Hauptversammlung stellte sich der neue Finanzvorstand Frank Weber den Aktionären vor. Der frühere Daimler-Asia-Finanzchef tritt sein Amt am Mittwoch an. Zuletzt hatte es Vorstandschef Eulitz in Personalunion mitgeleitet.

Die Hauptversammlung soll auch über die vorgeschlagene Dividende von 1,80 Euro je Anteil abstimmen. Knorr-Bremse hat im vergangenen Jahr einen Bilanzgewinn von 461 Millionen Euro erwirtschaftet und will jetzt 290 Millionen an die Aktionäre ausschütten.

Heuer läuft es wegen der Coronakrise schlechter. Umsatz, Gewinn und Auftragseingang gingen im ersten Quartal deutlich zurück. Eulitz sagte, in China sei der Wiederanlauf gelungen. Die Lieferketten seien nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Nettoverschuldung liege "nahe null". Eine Prognose für das laufende Jahr wolle er aber erst bei Bekanntgabe der Halbjahreszahlen im September geben.

(APA/dpa)