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70 Jahre Verlag.

Als Suhrkamp literarisch noch das Sagen hatte

Siegfried Unseld und Ulla Berkewicz beim Kritiker-Empfang im Hause Unseld in der Klettenbergstraße während der Frankfurter Buchmesse 1992.
Siegfried Unseld und Ulla Berkewicz beim Kritiker-Empfang im Hause Unseld in der Klettenbergstraße während der Frankfurter Buchmesse 1992.Isolde Ohlbaum
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Haushoch über anderen deutschsprachigen Verlagen stand Suhrkamp einst, bevor der Abstieg kam. Vom Durchstarten mit Hesse und Brecht, Kulttexten aus Österreich und den Machtkämpfen des neuen Jahrtausends.

Es war einmal: So muss ein Artikel über den legendären Suhrkamp Verlag beginnen. Nicht nur, weil der Anlass ein 70. Geburtstag ist, sondern auch, weil die Zeit, in der Suhrkamp in seiner literarischen und gesellschaftlichen Bedeutung hoch über anderen Verlagshäusern stand, vorbei ist. Vorbei die Zeiten, als man mit George Steiner von einer eigenen Suhrkamp-Kultur sprach; als von Hesse bis Handke und Walser, von Bachmann bis Thomas Bernhard und Uwe Johnson die besten deutschsprachigen Autoren dort ihr Zuhause hatten, ganz zu schweigen von Horkheimer und Adorno; als eine Karte zum Empfang im Unseld-Haus während der Frankfurter Buchmesse sich fast schon wie die Einladung in den deutschen Geistes-Olymp anfühlte.