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Epidemie

Bundesweit 68 neue Corona-Fälle, 1400 Oberösterreicher in Quarantäne

PRAeSENTATION DES COVID - 19 TESTPROGRAMM?: ANSCHOBER
Gesundheitsminister Rudolf AnschoberAPA/HANS PUNZ
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Der neue Cluster sei ein "Warnschuss" für alle, die dachten, die Krise sei vorbei, sagt Landeschef Stelzer.

Nach einem dreistelligen Zuwachs bei den Coronavirus-Neuinfektionen in Österreich am gestrigen Mittwoch um 107 Fälle lag der Anstieg am Donnerstag bei 68 neu positiv getesteten Personen. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bekannt. 42 dieser neuen Fälle werden einem bereits identifizierten Cluster in Oberösterreich zugerechnet.

"Es hat sich wieder normalisiert. Aber es ist noch immer ein Wert, der mir persönlich zu hoch ist", sagte Anschober bei einer Pressekonferenz in Wien. Den neuen Fällen stellte er 23 neue von Covid-19 Genesene gegenüber. Aber auch "in Summe ist eine leichte Steigerung zu erkennen", und das sei "nichts was uns freut".

Das neuerliche deutliche Plus bei den Neuinfektionen sei eine Folgewirkung des "durchaus beachtlichen" Ansteckungsherds in Oberösterreich. Die oberösterreichischen Behörden hätten aber konsequent und rasch reagiert, sagte der Minister.

1400 Oberösterreicher in Quarantäne

So befinden sich in Oberösterreich Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zufolge aktuell rund 1400 Personen in Quarantäne. Darunter all jene aus dem Umfeld des Clusters, der in Zusammenhang mit der "Gemeinde Gottes Pfingstkirche" in Linz stehe, sagte Stelzer am Mittwoch in einem ZiB2-Interview: "Wir hoffen, dass wir diesen Cluster eindämmen können."

Dass man zu spät gehandelt habe, da ja die AGES bereits am vergangenen Freitag einen Zusammenhang mit den steigenden Infektionszahlen und der "Gemeinde Gottes Pfingstkirche" hergestellt habe, ließ Stelzer nicht gelten. Man habe die Infektionen "ganz genau verfolgt" und sei den Fällen bis in die Schulen und Kindergärten nachgegangen. Die Mitarbeiter des Landes sein "von Beginn weg" jedem einzelnen Fall "konsequent" nachgegangen.

„Warnschuss“ für Leichtsinnige

Dass Schulen, Kindergärten sowie Betreuungseinrichtungen in fünf Bezirken - Linz Stadt, Linz-Land, Wels Stadt, Wels-Land und Urfahr-Umgebung - erst ab Freitag gesperrt werden, begründete Stelzer damit, dass man den Menschen "organisatorisch" die Chance geben will, "sich auf diese Situation einzustellen".

Der neue Cluster sei ein "Warnschuss" für all jene, die geglaubt haben, dass die Krise vorbei sei. Stelzer appellierte daher, in geschlossenen Räumen weiter Masken zu tragen. Veranstaltungen sollen in den fünf Bezirken bis auf Weiteres unterbleiben.

Dass in Oberösterreich zu wenig getestet worden sei, ließ Stelzer nicht gelten: Es sei "in jedem Fall" eine Testung erfolgt, "wo Symptome aufgetreten sind". Zudem sei die oberösterreichische Teststrategie mit dem Bund abgestimmt, so der Landeschef: "Wir setzen um, was uns das Gesundheitsministerium vorgibt." Stelzer kündigte an, dass nun noch einmal in allen Pflege- und Altenheimen ein Test-Durchlauf gestartet werden soll.

(APA)