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TV-Joint-Venture

ORF und ServusTV teilen sich die Formel-1-Rechte

REUTERS
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Der TV-Vertrag des ORF mit der Formel 1 endet 2020, Sparzwänge schlossen den alleinigen Behalt der Rechte aus. In Kooperation mit Mateschitz-Sender ServusTV aber flimmert die Rennserie pro Renntag alternierend in Österreich vorerst für drei weitere Jahre im Free-TV.

Spielberg. Erstmals startet die Formel-1-WM ihre Saison in Österreich. Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie war die Motorsportserie seit März und dem Auftakt-Flop von Melbourne zum Stillstand gezwungen. Insgesamt zehn Rennen wurden bereits verschoben oder fielen komplett aus. Man bangte um die Saison und viele Teams um ihren Fortbestand. Doch dann brachte RB-Motorsportberater Helmut Marko Spielberg als Auftaktort ins Spiel. Alles kam folglich ins Rollen - und damit auch letzten Endes eine TV-Revolution.

Wieso aber gerade Österreich? Der Juli-Termin stimmte, die aktuellen Fallzahlen ebenso, das eingereichte Sicherheitskonzept (ohne Zuschauer, strenge Isolation für alle Einreisenden über vierzehn Tage, keine Motorhomes und VIP-Gäste, aber 12.000 Tests) erfüllte alle Anforderungen. Dazu tritt mit dem Energydrinkkonzern Red Bull ein finanzstarker Eventspezialist an, um der Welt, sagt Eigentümer Dietrich Mateschitz, „ein Signal des Aufbruchs zu schicken“ mit gleich zwei Formel-1-Rennen.

Der „Große Preis" für zwei TV-Sender

Am Sonntag blickt die Sportwelt somit nach Spielberg. Mateschitz ist Ring- und Teambesitzer. Der Vertrag mit Spielberg wird von „Formula One Management“ respektive F1-Eigner Liberty Media bis 2025 verlängert werden.

Doch, das ist der wahre Große Preis dieser Auftakt-Show in der Steiermark: Die Formel 1 wird, erfuhr die „Presse“ aus gut informierten Quellen, ab der Saison 2021 für drei Jahre alternierend von ServusTV und dem ORF live übertragen. Von beiden Sendern gab es dazu noch keinen Kommentar – die offizielle Bekanntgabe wird nächste Woche erfolgen.

Damit ist gesichert, dass die Serie in Österreich weiterhin im Free-TV zu sehen sein wird. In Deutschland etwa gab RTL vor Kurzem bekannt, sich nach 30 Jahren aus diesem Markt zurückzuziehen, weil Pay-TV-Offerte das Doppelte ausmachten.