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Gastkommentar

Tugendwacht mit politischem Kalkül

(c) Peter Kufner
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Wir erleben rund um die Antirassismus-Diskussion eine wahre Pandemie der Pseudomoral. „Black Lives Matter“ ist „in“.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

Protestzüge, Parolen, geballte Fäuste. Zertrümmerung von nationalen Symbolfiguren. Treibjagden auf alles, was in Verdacht steht oder stand, der Versklavung von Schwarzen gedient zu haben. Darunter nicht nur Südstaatler der USA. Vom Sockel der Geschichte gestoßen wurden in den vergangenen Wochen auch die Abbildungen des Pfadfinder-Gründers Lord Baden-Powell oder des Amerika-Entdeckers Christoph Kolumbus. In England musste das Denkmal des Weltkrieg-Premiers Winston Churchill vernagelt werden, um es vor Zerstörung zu schützen.

Zum geifernden Hass gesellte sich Absurdes: Der Filmklassiker „Vom Winde verweht“ erscheint z. B. fortan mit (politisch korrektem) Begleittext, weil in dem Epos schwarze Sklaven als zufriedene Menschen und weiße Sklavenhalter in heldischen Rollen dargestellt wurden. Vor einem New Yorker Museum soll demnächst die Statue des einstigen US-Präsidenten Theodore Roosevelt abgebaut werden, denn sie zeigt das Staatsoberhaupt auf einem Ross, während daneben ein Indianer und ein Afrikaner zu Fuß gehen müssen. Dies spiegle eine rassistische Hierarchie wider.