Die US-Behörde FDIC zählte mehr Pleiten als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der US-Banken, die um ihr Überleben kämpfen, ist derzeit so hoch wie seit 1993 nicht mehr.
Fast zwei Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise reist die Welle der Banken-Pleiten in den USA nicht ab. In diesem Jahr mussten bereits 103 Finanzinstitute dicht machen, teilte der US-Einlagensicherungsfonds FDIC am Freitag (Ortszeit) in Washington mit. Im Vorjahreszeitraum waren mit 64 Banken deutlich weniger Banken in den USA geschlossen worden.
Die Zahl der Banken in Schwierigkeiten stieg laut FDIC-Zahlen vom Mai im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zu Ende 2009 um gut zehn Prozent. Ende März kämpften demnach 775 US-Banken um ihr Überleben. So hoch war ihre Zahl seit 1993 nicht mehr.
Bei den jüngst geschlossenen US-Banken handelte es sich laut FDIC um regional oder lokal agierende Geldinstitute in den Bundesstaaten Oregon, Nevada, Minnesota, Kansas, South Carolina, Georgia und Florida. Ihre Vermögenswerte beliefen sich laut Stand vom 31. März zusammengenommen auf knapp 2,2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro), die Einlagen ihrer Kunden auf insgesamt gut zwei Milliarden Dollar. Den privatwirtschaftlichen Einlagensicherungsfonds DIF kosten die Pleiten laut FDIC-Schätzungen zusammen 431 Millionen Dollar.
Die Finanzkrise hatte auch heftige Kritik an den hohen Bezügen von Bankmanagern ausgelöst. Der US-Sonderbeauftragte für Manager-Gehälter, Kenneth Feinberg, kritisierte am Freitag die Bonus-Zahlungen führender Finanzinstitute auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Zwischen Oktober 2008 und Februar 2009 zahlten demnach siebzehn US-Institute ihren Top-Managern insgesamt 1,7 Milliarden Dollar an "unklugen" Boni. Gleichzeitig hätten sie von der Regierung Hilfsgelder zur Bewältigung der Finanzkrise eingestrichen. Gerügt wurden unter anderem die Branchengrößen Goldman Sachs, J.P. Morgen Chase und die Citigroup sowie der Versicherungsgigant AIG.
(Ag.)