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Menschehandel und Kidnapping

Sängerin Duffy findet Netflix-Film "365 Tage" verantwortungslos

(c) REUTERS (Luke MacGregor)
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Im Februar berichtete die Sängerin, entführt, betäubt und vergewaltigt worden zu sein. Gerade deshalb sei "365 Tage" alarmierend.

Im Februar 2020 ging die britische Sängerin Duffy mit einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit an die Öffentlichkeit. Sie wurde entführt, vergewaltigt und mehrere Wochen unter Drogeneinfluss gefangen gehalten. Das war auch der Grund, warum sie jahrelang aus dem Rampenlicht verschwunden ist.

Genau deshalb findet sie den Film "365 Tage", der auf Netflix läuft, erschreckend, denn darin wird ein ähnliches Schicksal der Protagonistin glamourös dargestellt. Protagonistin Laura wird von Millionär und Mafia-Boss Massimo entführt und gefangen gehalten. Das Ziel: sie soll sich innerhalb von 365 Tagen in ihn verlieben.

In einem offenen Brief an Netflix-CEO Reed Hastings, den die Zeitung „The Sun“ veröffentlichte,  schreibt Duffy nun: „'365 Tage' verherrlicht Menschenhandel, Entführung und Vergewaltigung von Frauen. Das sollte nicht als Unterhaltungsprogramm dienen. Es macht mich traurig, dass Netflix einem solchen Film, der Kidnapping erotisiert und sexuelle Gewalt verzerrt darstellt, eine Plattform bietet", schreibt sie.

Menschenhandel als erotisches Drama

Sie könne nicht verstehen, dass Netflix diesem Film, der nicht nur unsensibel, sondern auch gefährlich sei, eine Plattform biete. Junge Frauen würden den Hauptdarsteller spaßhalber sogar darum bitten, entführt zu werden.

"Wir alle wissen, dass Netflix nichts veröffentlichen würde, was Pädophilie, Rassismus, Homophobie, Genozid oder andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit glamourös darstellt. Tragischerweise bleiben die Opfer von Menschenhandel und Kidnapping unsichtbar, aber in '365 Tagen' wird ihr Leid als - wie es Netflix beschreibt - 'erotisches Drama', präsentiert.“ Es sei "nicht nur ein Film", denn es habe großen Einfluss auf das Thema, so die Sängerin weiter.

>>> „The Sun"

(chrile)