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Rassismus-Debatte

NFL-Team soll seinen Namen ändern

Das Redskins-Logo.
Das Redskins-Logo.(c) REUTERS (KEVIN LAMARQUE)
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Gegen die Washington Redskins formiert sich in den USA und auf Sponsorenseite großer Widerstand. Nike entfernte alle Fanartikel aus dem Onlineshop.

Washington. Die „Black Lives Matter“-Bewegung beschäftigt weiterhin die USA – und wieder einmal ist es Football, der beliebteste Sport der Amerikaner, der das Tempo in dieser Debatte hoch hält. Im Fokus: Die Washington Redskins (deutsch: Rothäute). Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob Name und Logo des Vereins aus der Hauptstadt vertretbar sind. Das Logo zeigt einen Ureinwohner samt Federschmuck, nicht wenige empfinden es als rassistisch und Verunglimpfung der amerikanischen Ureinwohner.

Noch nie zuvor war der Druck auf Dan Snyder, den umstrittenen Besitzer der Washington Redskins, größer als jetzt. Wie die US-Zeitschrift „Adweek“ berichtet, haben 87 Investorenfirmen und Anteilseigner mit einem Gesamtbesitzvolumen von 620 Milliarden US-Dollar, zu denen auch FedEx, Pepsi und Nike zählen, in einem Brief den Klub zu einer Änderung des Klubnamens aufgefordert. Nike ging bereits einen Schritt weiter: Alle Redskins-Artikel sind aus dem Onlineshop verschwunden.

In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Klagen von US-Gerichten gegen den Namen und das Logo der Franchise abgewiesen. Selbst der ehemalige US-Präsident Barack Obama schaltete sich 2013 in die Debatte ein: „Wenn ich Besitzer des Teams wäre und ich wüsste, dass es einen Namen meines Teams gibt, der – selbst wenn er seine eigene Geschichte hat – eine relevant große Personengruppe brüskiert, ich würde darüber nachdenken, ihn zu ändern.“

 

Nun könnten Taten folgen

Geändert wurde er bis heute nicht. Mit dem Druck der Sponsoren könnten nun jedoch Taten folgen, wenngleich sich Teambesitzer Snyder immer wieder für eine Erhaltung des Namens stark gemacht hat. Dieser sei nicht wegen rassistischen Gedankenguts entstanden, sondern um an die Tradition und Geschichte des Landes sowie der Urvölker zu erinnern.  (cg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.07.2020)