Gastkommentar

Wirecard: Wie Prüfer, Aufsichtsrat, Bankaufsicht versagten

Unkontrolliertes, zügelloses Wachstum kann enorme Schäden verursachen.

Immer wenn etwas schiefläuft, wird nach einem Schuldigen gesucht und gefragt, warum der Skandal oder die Malversationen durch die diversen Kontrollinstitutionen und -mechanismen nicht früher aufgedeckt werden konnten. Wirecard mit Markus Braun an der Spitze hat eine atemberaubende Entwicklung hinter sich: Die ausgewiesenen Gewinne haben sich in wenigen Jahren vervielfacht, die Kurse noch um einiges stärker, und der Höhepunkt war der Aufstieg in die Champions League des Kapitalmarkts, nämlich die Verdrängung der Commerzbank aus dem DAX. Dividendenzahlungen waren zwar ein Fremdwort, aber Kapitalerhöhungen und Rückkäufe eigener Aktien sorgten für einen motivierenden Newsflow an die Investoren.

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Viele dynamisch wachsende Unternehmen und deren charismatisch agierende Führer empfinden Kontrollen, die allzu oft auch noch von Personen mit mangelnder Kompetenz ausgeübt werden, als lästig, bremsend und als nicht betriebsnotwendigen Kostenfaktor. Sie nutzen auch ihre politischen Kontakte, damit ihre Argumente bei Gesetzesvorlagen entsprechend berücksichtigt werden. Tendenz der vergangenen Jahre war es, den Aufsichtsrat vermehrt in wichtige Unternehmensentscheidungen ex ante sowie in Strategien einzubinden. Die Zusammensetzung dieses Gremiums entwickelte sich immer mehr zur „Schattengeschäftsführung“. Der Aufsichtsrat sollte „Coach“ und „Sparringpartner“ des Vorstands sein.


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