CORONAVIRUS: GESCHAeFT MIT ATEMSCHUTZMASKEN
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Mitreden: Und wie haben Sie es mit der Maske?

Ein Großteil der Experten spricht sich für das Tragen von Mund-Nasen-Schutz aus. Doch die Bevölkerung ist seit dem Fall der Maskenpflicht eher nachlässig. Brauchen wir wieder strengere Regeln? Diskutieren Sie mit!

Vor einigen Wochen ist die Maskenpflicht in vielen Bereichen - etwa in Geschäften - aufgehoben worden. Doch das mit der Eigenverantwortung ist so eine Sache und die Kritik am laxen Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz (beim manchen eher als Kinn-Mund-Schutz interpretiert) wird immer lauter. Das Land Oberösterreich, derzeit der Corona-Hotspot, beschloss nun die Wiedereinführung der allgemeinen Maskenpflicht in Geschäften und Lokalen.

Auch abseits der großen Cluster: Sehr viele Experten befürworten das Tragen von Masken in geschlossenen Räumen, auch wenn die Pflicht gefallen ist. So etwa kürzlich bei der Diskussionssendung „Im Zentrum“ im ORF. Der Tenor: Die Maske sei ein wirksames Mittel der Eindämmung, werde aber genauso unterschätzt wie Händewaschen. Auch Clemens Auer, Sonderbeauftragter im Gesundheitsministerium, bezeichnete sich als „Maskenmann“ und meinte dazu: „Wir werden nicht drum herumkommen, den Schutz freiwillig weiter zu tragen“. Unsere TV-Kritikerin Rosa Schmid-Viertaler sieht darin einen seltsamen Spagat zwischen Pflicht und Selbstverantwortung. Und meint weiter: „Gefühlt sprich derzeit der größte Teil der Bevölkerung davon, dass der Bevölkerung im Großen und Ganzen nicht zu trauen ist."

Dass da etwas wahres dran ist, sehen auch Virologen so. „Die Bevölkerung ist im Moment viel zu sorglos“, sagt etwa Monika Redlberger-Fritz in einem Interview.

Bettina Steiner schreibt in ihrer Kolumne „Am Herd“ über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Mund-Nasen-Schutz. Als Maskenträgerin sei sie oft „die Einzige im Geschäft“. Auch wenn es ihr nicht immer leicht falle, plädiert sie: „Tragt Masken!“. Denn: „Eine Maske zu tragen, während man Milch, Nudeln und Obst in den Einkaufswagen schlichtet, ist dagegen zwar ein bisschen lästig. Aber schlimm ist es nicht."

Schärfer formuliert Christian Ortner. „Wenn der Staat den Bürgern 'mehr Eigenverantwortung' in Sachen Corona überträgt, klingt das vor allem nach Entsorgung seiner Verantwortung“, schreibt er. Selbst wo Maksenpflicht herrsche, etwa in der U-Bahn, werde sie nicht befolgt, so Ortner: „Normen zu setzen und dann – was natürlich nichts, aber rein gar nichts mit der nahenden Wien-Wahl zu tun hat – dabei zuzusehen, wie sie missachtet werden, mag ein österreichischer Weg sein.“ Dieser sei nur bei der Bekämpfung einer Pandemie nicht das beste Mittel, meint Ortner in der Kolumne „Quergeschrieben".

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte indes zu den Lockerungen im „Presse"-Interview: „Wir sind doch eine mündige Gesellschaft“. Nur: Sind wir das?

(sk)

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