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Liebesg´schichten und Heiratssachen bleiben sich treu

Gestern zu sehen: Luzia, 75-jährige Pensionistin aus Salzburg, wäre eigentlich eine Komtesse, wie sie sagt.
Gestern zu sehen: Luzia, 75-jährige Pensionistin aus Salzburg, wäre eigentlich eine Komtesse, wie sie sagt.(c) ORF (Andreas Scheurer)
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Die Neuversion von Nina Horowitz startete im gewohnten Setting und mit guten Quoten. Die Mitarbeit an einer konkurrierenden ATV-Reihe hat derweil Folgen für einen Produzenten.

Am gestrigen Montag startete das ORF-Hoffen auf Liebesglück in eine neue Staffel, und weil das wohl die brennendste Frage war: Es gab kaum Änderungen. In puncto Ambiente und Stimmung blieb man dem Konzept sehr treu. Nur dass die Worte aus dem Off nun, nach dem Tod von Elizabeth T. Spira, von der neuen Gestalterin Nina Horowitz kommen. Glänzende, rote Luftballons begrüßen jene, die Menschen bei der Selbstdarstellung beobachten wollen. Und auch Schlagermusik ist wieder zu hören.

Die Quoten geben den Horowitz recht. "Es ist extrem wichtig, welche Menschen in einer Sendung vorkommen, ob sie spannende Geschichten zu erzählen haben, ob sie lustig sind, ob sie Emotionen auslösen. Das Schlimmste ist Fadesse, das versucht man zu vermeiden", sagte Horowitz, die viele Jahre bei der ORF-Sendung "Am Schauplatz" tätig war, vor dem Start.

Der jedenfalls lief gut: Durchschnittlich 1,022 Millionen Seher sahen die Premiere. Laut ORF-Aussendung erzielte man einen Marktanteil von 33 Prozent. "Ein derartiges Top-Format geprägt von einer Ikone wie Elizabeth T. Spira derart erfolgreich weiterführen zu können, ist ein großer Verdienst des neuen Teams", so ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner. "Die Sendung wurde modifiziert, ohne ihren Charakter zu verlieren: witzig, charmant, einfühlsam – ehrlich und wertschätzend." Das Wertschätzende jedenfalls, so viel kann man sagen, dürfte sich nicht immer im Betrachter spiegeln.

"Krone" und "Standard" berichtete noch über ein anderes Wertschätzungsproblem. Nach Spiras Tod im Vorjahr versuchte ATV das Liebesvakuum zu füllen. "Alles Liebe" startete zu Beginn diesen Jahres, fünf Folgen hatte dabei Andreas Mannsberger mit Mabon Film produziert. Das hat nun ein Nachspiel: Der ORF "sperrt" ihn, wie es heißt. Der Plan, dass Mannsberger eine neue Folge der ORF-Reportagereihe "Am Schauplatz" realisieren soll, wurde demnach abgesagt. Das seien "diktatorische Maßnahmen", die ihn an Zustände wie in Nordkorea erinnerten, wird Mannsberger zitiert.

(rovi)