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Epidemie

Angst vor "Sommer-Ischgl": Kärnten verhängt abendliche Maskenpflicht

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Velden am Wörthersee(c) imago images / Westend61 (JLPfeifer via www.imago-images.de)
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Wörthersee, Faaker See, Klopeiner See: In Kärntens Tourismusorten gilt ab Freitag eine Maskenpflicht für den öffentlichen Raum ab 21 Uhr.

Nicht nur in Oberösterreich ist die Maskenpflicht zurück: Die Kärntner Landesregierung hat am Mittwoch eine zeitlich und örtlich begrenzte Maskenpflicht für Tourismus-Hotspots angekündigt. Die Verordnung, die gerade ausgearbeitet wird, soll mit Freitag in Kraft treten. In Velden aber auch an anderen Orten am Wörthersee, Faaker See oder Klopeiner See - muss dann von 21. bis 2.00 Uhr im öffentlichen Raum und bei Betreten von Lokalen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Wo genau die Maskenpflicht gelten wird, soll rechtzeitig von den zuständigen Bezirkshauptmannschaften in Absprache mit Touristikern festgelegt werden. Eindringliche Appelle hätten nicht ausgereicht, um Menschenansammlungen zu verhindern. Dort passiere vieles, auf Abstands- und Hygienemaßnahmen werde aber nicht geachtet, sagte Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) zur Erklärung in einer Videokonferenz mit Journalisten. Er betonte, dass es sich um eine Präventivmaßnahme handle. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden."

Der Besucherandrang an den Kärntner Seen war am ersten Juli-Wochenende groß, die Einhaltung von Abstandsregeln wurde Berichten zufolge in Strandbädern und Ortszentren teilweise zum Problem. Schon eine Woche zuvor hatten die Kärntner Behörden angekündigt, die Kontrollen zu verschärfen. "Unsere Beobachtungen zeigen: Je später der Abend, desto mehr nimmt die Selbstverantwortung ab", formulierte es Bernd Riepan, der Bezirkshauptmann von Villach-Land. Er wurde nun vom Veldner Bürgermeister Ferdinand Vouk (SPÖ) um Hilfe gebeten.

Kontrollen auch auf dem Partyboot

Man wollte sich zusammensetzen und ein neues Konzept entwerfen, sagte Riepan am Montag. "Wir haben mehrere Baustellen." Nicht nur in den Gemeinden, aber auch auf Partybooten soll etwa kontrolliert werden. Wie in den Strandbädern vorgegangen werden soll, war am Montag noch offen.

Im Klagenfurter Strandbad etwa, dem größten des Landes, tummelten sich am Sonntag knapp 7300 Gäste. Dort übernahmen zehn Bademeister die Aufgabe, Gäste bei Verstößen gegen die Abstandsregeln zu ermahnen, teilweise beteiligten sich auch Wasserretter oder Ordnungsamts-Mitarbeiter bei seinen "sporadischen" Kontrollbesuchen. Es seien speziell Jugendgruppen, die meinten, sich über Regeln hinwegsetzen zu können. Man müsse die Menschen permanent aufmerksam machen, meinte Bäderchef Gerald Knes. "Wir reden uns dem Mund fusselig." Maßnahmen zu setzen oder jemanden des Bades zu verweisen, sei aber bisher nicht nötig gewesen.

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(APA/twi)