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Petition fordert Entlastung von Familien: „Wir werden nicht gesehen“

Grundsch�ler beim Heimunterricht (Homeschooling), Model released *** Elementary school children at home Homeschooling ,
(c) imago images/U. J. Alexander (via www.imago-images.de)
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Was tun, wenn Schulen und Kindergärten geschlossen sind? Eine Petition verlangt Antworten von der Regierung.

Kinder und Eltern sind in der Coronakrise besonders hart getroffen, denn oft fallen Betreuungsmöglichkeiten aus. Eine am Montag gestartete Petition stellt nun die „Forderung nach Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für berufstätige Eltern in Krisen“. Initiiert wurde sie von der Burgenländerin Katharina Brodnik. „Wir haben gemeinsam Homeschooling, Betreuungspflichten und Arbeit versucht zu vereinbaren und versucht andere bestmöglich zu schützen“, schreibt sie in der Petition. „Diese enorme Belastung wird gesellschaftlich nicht thematisiert. Für uns Familien werden keine Zukunftsperspektiven geschaffen. Wir fordern daher die Österreichischen Bundesregierung auf sich des Themas Entlastung von Familien anzunehmen und Möglichkeiten zu schaffen, wie Arbeit und Kinderbetreuung und Erziehung vereinbarer werden.“

Konkret formuliert Brodnik zehn Punkte mit Forderungen, darunter: mehr Freistellungstage für Eltern, wenn die Kinder nicht in die Schule oder in den Kindergarten gehen können, und dass Arbeitgeber automatisch Bescheid gegeben wird, dass die Kinder behördlich zu Hause bleiben müssen; schnellere Tests bei Verdachtsfällen in Kindergarten oder Schule; kostenlose Ferienbetreuung; Ausbau der Ganztagsbetreuung und kleinere Gruppen sowie eine einheitliche Kinderbetreuung in Österreich.

„Dabei sind wir die kleinsten Wirtschaftseinheiten“

Brodnik hofft, dass die Stellung von Familien in der Gesellschaft durch die Petition stärker thematisiert wird. „Wir werden nicht gesehen und ernst genommen. Dabei sind wir die kleinsten Wirtschaftseinheiten“, sagte sie der „Presse“. „Oder wie Bildungsminister Faßmann sagt: Kinder sind das ‚Humankapital‘ der Gesellschaft von morgen.“

Sie habe lange gewartet, bis jemand – zusätzlich zu jener des Frauenrings – eine Petition starte, in der auch Männer und Kinder mitgemeint seien. Ausschlaggebend dafür, dass sie diese dann initiiert habe sei, dass ihr klare Angaben fehlten: Was macht man, wenn Kindergärten und Schulen wegen des Coronavirus geschlossen werden? „Es war nicht klar, wie das abläuft: Müssen wir Plfegefreistellung nehmen?“ fragte sie sich. „Und es geht ganz vielen Leuten so.“

„Wie sollen berufstätige Menschen das schaffen?"

Neos-Parteiobfrau Beate Meinl-Reisinger berichtete auf Twitter am Mittwoch etwa über einen Kindergarten in Wien, der vergangene Woche von Dienstag bis einschließlich Freitag wegen eines Verdachtsfalls bei einer Betreuerin gesperrt war. Der Verdacht stellte sich als falsch heraus. „Wenn die Tests drei Tage dauern und Schulen und Kindergärten keine Priorität haben wird das eine Katastrophe im Herbst“, schrieb die Politikerin. „Wie sollen berufstätige Menschen das schaffen? Wie sollen Betriebe Zuversicht bekommen? Wie soll es unseren Kindern und auch den Pädagoginnen und Pädagogen gehen, wenn das Gesundheitsministerium und die Gesundheitsbehörden das nicht besser hinbekommen? Wo ist eine Fast Lane?“

(her)