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Gastkommentar

Facebook, der Hass und die Allmacht des Marktes

Entscheiden Privatunternehmen die Auswahl öffentlicher Themen?

Im ersten Affekt war ich begeistert. Facebook will auf Druck seiner Werbekunden künftig nun doch stärker gegen Hass und Rassismus auf seinen Plattformen vorgehen. „Ha!“, dachte ich. Endlich mal etwas Positives. Der Markt kriegt etwas gebacken, woran die Politik bisher kläglich gescheitert ist.

Wobei man dazusagen muss, dass sich „die Politik“ natürlich auf die europäische Ebene beschränkt, da sie die einzige ist, die sich überhaupt ernsthaft darum bemüht hat. Aber leider mit den falschen Mitteln und bisher eben ohne den gewünschten Erfolg.

Jetzt also regelt es der Markt. Ausgerechnet. Wo man sich doch bereits daran gewöhnt hatte, dass der Markt – dereinst als der Allesregler verehrt – bei den wichtigen Themen genau gar nichts geregelt bekommt.