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Einbruchsicherheit

Das traute Heim vor Einbruch schützen

Je schwerer es ein Einbrecher hat, desto eher gibt er auf.
Je schwerer es ein Einbrecher hat, desto eher gibt er auf.(c) imago/Schöning (imago stock&people)
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Um bei der Rückkehr aus dem Urlaub böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Fenster und Türen.

Wie jedes Jahr setzen sich auch heuer wieder pünktlich zu Ferienbeginn die Urlauberkarawanen in Bewegung. Ein, zwei oder vielleicht auch drei Wochen an einem See oder in den Bergen die Seele baumeln zu lassen und sich dem Nichtstun hinzugeben, hat schließlich seinen Reiz und lädt die leeren Batterien wieder auf. Doch die Erholung verschwindet möglicherweise schneller, als einem lieb ist – und zwar dann, wenn man bei der Rückkehr aufgebrochene Türen sowie durchwühlte Kästen und Schränke vorfindet und den Verlust eines wertvollen Schmuckstücks oder von Bargeld zu beklagen hat. Denn auch wenn Einbrecher grundsätzlich immer aktiv sind, haben sie doch im Sommer Hochsaison. Immerhin sind dann vielerorts Wohnhausanlagen oder Straßenzüge deutlich mehr verwaist als zu anderen Zeiten.

Um sein Hab und Gut zu schützen, kann man an verschiedenen Schrauben drehen. Generell gehe es darum, ungebetenen Gästen die Arbeit so schwer wie möglich zu machen, betont Thomas Forstner, Generalsekretär des Verbands der Sicherheitsunternehmen Österreichs (VSÖ): „Wenn Einbrecher nicht in 30 Sekunden bis einer Minute eindringen können, gehen sie ein Haus weiter oder zur nächsten Wohnung.“

Anwesenheit simulieren

Dazu können sowohl elektronische als auch mechanische Maßnahmen beitragen, heißt es bei der Kriminalprävention, dem früheren Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst. Zeitschaltuhren mit Zufallsfunktion schalten das Licht in den Räumen zu unterschiedlichen Zeiten an, Simulatoren vermitteln den Anschein von flimmernden Fernsehern. „Das funktioniert ganz gut“, weiß Forstner, der jedoch von künstlichem Hundegebell und Kamera-Attrappen abrät. „An Letzteren blinkt immer ein rotes LED-Licht, das ist bei einer echten Kamera nicht der Fall“, sagt Forstner. Wesentlich effektiver sind da schon einbruchhemmende Türen. „Sicherheitstüren sollten allerdings zumindest die Widerstandsklasse drei aufweisen“, sagt Forstner. Aber selbst normale Türen, mit Mehrfachverriegelung und Distanzsperre versehen, können Einbrecher abschrecken. Wobei, so die Experten, nicht nur die Haus- beziehungsweise Wohnungstür entsprechend gestaltet sein sollte, sondern auch Balkon- und Terrassentüren sowie Türen, die von der Garage ins Haus führen. „Einbrecher dringen in die meist schlecht oder gar nicht gesicherte Garage ein, um von dort aus leicht und ungesehen in das Wohnhaus gelangen zu können“, heißt es dazu bei der Kriminalprävention. Eine andere Schwachstelle sind bei Einfamilienhäusern und Erdgeschoßwohnungen die Fenster. Zusatzbeschläge etwa können bei älteren Fenstern die Sicherheit deutlich erhöhen.

Wachdienst als Option

Bei Neubauten oder Sanierungen sollte man jedoch gleich zu einbruchshemmenden Modellen mit der entsprechenden Widerstandsklasse greifen – und darauf achten, dass der Fensterrahmen fest mit dem Mauerwerk verschraubt ist. Rollläden oder Sicherheitsrollos erschweren darüber hinaus ein Eindringen durch die Fenster. Alarmanlagen und Smart-Home-Technologien, Gitter vor Keller- und Erdgeschoßfenstern sowie über Schächten sichern die eigenen vier Wände ebenfalls ab. „Mindestens genauso wichtig ist es, Zeichen der Abwesenheit zu vermeiden“, heißt es bei der Kriminalprävention. Während des Urlaubes sollten daher Briefkästen geleert, Werbematerial beseitigt oder der Garten gegossen werden. Kann man dabei nicht auf Nachbarn oder die Unterstützung von Freunden oder der Familie zählen, könnte man gegebenenfalls für die Zeit der Abwesenheit auch einen Wachdienst engagieren. „Die Mitarbeiter schauen einmal am Tag vorbei und gießen sogar die Blumen“, weiß Forstner. Nicht zuletzt sollten Kisten, Sessel, Tische und Leitern, aber auch Werkzeuge und anderes Material weder im Freien noch in der Garage unversperrt herumliegen und Außensteckdosen abgeschaltet werden.

Was Sie beachten sollten beim Einbruchschutz

Tipp 1

Alarmanlagen. Sie sind ein probates Mittel, um Einbrecher abzuschrecken. Experten raten dabei zu zertifizierten Modellen, die von einem Fachmann eingebaut werden sollten. Wichtig ist weiters, dass die Anlagen auch ohne Strom 24 Stunden lang drei Alarme abgeben können. Moderne Systeme ermöglichen es, sich einen Alarm auf sein Handy schicken zu lassen.

Tipp 2

Soziale Medien. Laden Sie potenzielle Einbrecher nicht durch entsprechende Nachrichten auf dem Anrufbeantworter sowie durch Eintragungen in sozialen Medien, wie Facebook, Instagram und Co, zu sich nach Hause ein. Mit wenigen Informationen kann nämlich über gängige Suchmaschinen die Adresse recherchiert und die Lage ausgekundschaftet werden.

Tipp 3

Dokumentation. Legen Sie ein Eigentums- beziehungsweise Inventarverzeichnis an und fotografieren Sie Schmuck sowie etwaige Kunstgegenstände, um im Fall des Falles die Fahndung zu erleichtern. Wertsachen gehören in einen Tresor mit Schloss ohne Schlüssel oder – bei längerer Abwesenheit – in ein angemietetes Bankschließfach.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2020)

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