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Schramböck plant 500 Mio. Fonds für KMU

Schramböck plant ein Volumen von etwa 500 Millionen Euro.
Schramböck plant ein Volumen von etwa 500 Millionen Euro.APA/HERBERT PFARRHOFER
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Mit dem Geld sollen Beteiligungen ermöglicht und so das Eigenkapital gestärkt werden.

Wien. Die Coronakrise hat nicht gerade dazu beigetragen, die Eigenkapitalquote der Unternehmen zu erhöhen. Viele musste neue Kredite aufnehmen, um finanziell überleben zu können. Das hat zur Folge, dass laut Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) jedes fünfte Unternehmen wegen seines geringen Eigenkapitals Probleme habe, bei den Banken einen Kredit zu bekommen.

Hier soll nun ein Fonds einspringen, den das Wirtschaftsministerium bis zum Herbst finalisieren möchte. Schramböck plant ein Volumen von etwa 500 Millionen Euro, das Geld soll von privaten Investoren kommen, der Staat wird die Investments zu einem bestimmten Prozentsatz garantieren.

„Eine Stärkung des Eigenkapitals ist jetzt besonders wichtig, dafür muss es staatliche Anreize geben“, meint der Wiener Wirtschaftsprofessor Werner Hoffmann. Schramböck möchte mit dem Fonds unter anderem institutionelle Anleger und Stiftungen ansprechen. Der Staat selbst soll kein Geld zuschießen, weil „das Ziel nicht eine Verstaatlichung von heimischen Unternehmen ist“. Man übernehme aber Garantien. Verwaltet werden soll der Fonds von einer unabhängigen Stelle.

 

Schwierigere Übernahme

„Es wird ein kulturellen Wandel bei den heimischen Betrieben notwendig sein“, meinte Schramböck zum Fonds. Diese seien es nämlich nicht gewohnt, sich über den Kapitalmarkt zu finanzieren, sondern würden eher zur Bank gehen.

Eine lang diskutierte Änderung bei Firmenbeteiligungen beschloss jetzt auch der Nationalrat. Damit wird die Übernahme besonders systemrelevanter Unternehmen aus dem Nicht-EU-Ausland erschwert. Die Genehmigungspflicht bei besonders relevanten Unternehmen lag bisher bei 25 Prozent, nun sinkt er auf einen Stimmrechtsanteil von zehn Prozent. (red./ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2020)