Mit Beginn der Covid-Krise hielt auch der Mund-Nasen-Schutz Einzug in unseren Breitengraden. Allerdings wurde ihr Nutzen zunächst nicht klar kommuniziert – die Unsicherheit ist geblieben.
Mund-Nasen-Schutz

Warum die Gesichtsmaske so aufregt

Seit die Maskenpflicht sukzessive fiel, ist das freiwillige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu einem Dogma geworden. Die Debatte dreht sich um die Frage: Warum sollte ich die Gesundheit anderer schützen, die es für mich nicht tun?

Als aus einem Stück Stoff ein Reizobjekt wurde: Seit der großflächigen Aufhebung der Maskenpflicht ist der Mund-Nasen-Schutz so schnell aus dem Alltag verschwunden, wie er Monate zuvor plötzlich da war. Das Tragen basiert nun in den meisten Alltagssituationen auf Freiwilligkeit, und das hat das Stück Stoff zu einem Dogma gemacht. Gegner und Befürworter liefern sich einen verbalen Schlagabtausch, während der medizinische Nutzen von den meisten Ärzten nicht mehr infrage gestellt wird. Vorausgesetzt: Alle tragen sie.

„Ohne Maske glaubt jeder, es kann nichts passieren“, sagt Harald Mayer, Vizepräsident der Ärztekammer. In seiner Heimat Oberösterreich ist jüngst die Maskenpflicht wieder eingeführt worden, was Mayer ausdrücklich begrüßt – und er geht davon aus, dass die Pflicht früher oder später bundesweit wieder kommen wird. Denn die Zahl der Neuinfektionen wird nicht weniger. „Mit dem Wegfall“, sagt der Arzt, „ging jegliche Distanz verloren, jegliches Verständnis dafür, dass das Virus noch da ist.“ Der Mund-Nasen-Schutz habe auch unmittelbar an andere Schutzmaßnahmen erinnert, wie etwa das Abstandhalten. Sind wir also nur dann vorsichtig, wenn es eine Pflicht dafür gibt? Und warum regt ein Stück Stoff über dem Mund dermaßen auf?