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Reportage

Die erste Nacht mit Maskenpflicht in Velden

Passanten am Freitagabend in Velden am Wörthersee.
Passanten am Freitagabend in Velden am Wörthersee.APA/GERT EGGENBERGER
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In vielen Lokalen verteilten Securitys Gratismasken. Die Urlauber am Wörthersee befolgten die Vorgabe der Behörden aber nur teilweise. Kontrollen gab es auch auf den Märkten in Klagenfurt.

Völlig unspektakulär ist am Freitagabend in Velden am Wörthersee der Auftakt für die Maskenpflicht auf der Flaniermeile und der Seepromenade erfolgt. Der Tourismusort war ausnehmend gut besucht, an den Enden der Begegnungszone verteilten Security-Mitarbeiter Gratismasken. Die Urlauber befolgten die Vorgaben aber nur teilweise.

Auf der Seepromenade sind - an einem herrlich warmen Sommerabend - vergleichsweise wenig Menschen unterwegs. Ein Familienvater schaut nervös auf die Uhr, die Gesichtsmasken schon in der Hand, und verkündet seinen Kindern: "Elf Minuten haben wir noch." Der Sohn fragt, ob er denn auch eine Maske tragen müsse, was der Papa bejaht, immerhin ist der Sprößling so um die zehn Jahre alt. Ein Teil der Spaziergänger, vor allem ältere Semester, hat ihren Mund-Nasenschutz schon vor 21 Uhr angelegt.

Beamten beobachten vorerst

Auf der Hauptstraße, wo einige Besitzer teurer Sportwagen die Qualität ihrer Auspuffanlagen demonstrieren wie sonst beim GTI-Treffen in Reifnitz, nehmen die Menschen die neue Einschränkung locker. Ein älterer Herr meint mit einem Schmunzeln zu einer Hundebesitzerin: "Ja, aber Ihr Hund trägt keine Maske." und amüsiert sich selbst am meisten über seinen Gag. Vor einem Eissalon stehen die Menschen Eis schleckend herum, selbstredend ohne Schutzmaske. Eine Polizeistreife fährt im Schritttempo vorbei, die Beamten beobachten, machen aber vorerst keine Anstalten, bei den Verstößen gegen die Maskenpflicht einzuschreiten. Bürgermeister Ferdinand Vouk kommt vorbei und ermahnt einen Passanten, den Mund-Nasenschutz anzulegen, er tut dies mit einem Lächeln.

Weiter nach Pörtschach: Dort gilt am Monte-Carlo-Platz ebenfalls die Maskenpflicht. An diesem Freitagabend verstößt allerdings niemand dagegen, denn außerhalb des Lokals sind keine Leute. Auch auf den Gehsteigen auf der Hauptstraße sind nur vereinzelt Touristen auszumachen. Noch ruhiger wird es dann in Krumpendorf. Dort wurde die Maskenpflicht vor einem bekannten Tanzlokal beim Bahnhof, der "Tenne" verhängt. Vielleicht ist es noch zu früh am Abend, vor dem Lokal stehen gezählte fünf Personen, die zum Rauchen vor die Tür gegangen sind und, erraten, ebenfalls keine Masken tragen.

Maskenpflicht auch am Klagenfurter Benediktinermarkt 

Auch in der Kärntner Landeshauptstadt gibt es wieder vereinzelt Maskenpflicht - auf Wochenmärkten. Das tat dem bunten Treiben am Benediktinermarkt am Samstagvormittag aber keinen Abbruch. Die Besucher waren zum größten Teil sehr diszipliniert, wie ein Rundgang zeigte. Die Mitarbeiter des Klagenfurter Ordnungsamtes waren fleißig unterwegs, um zu ermahnen, für unverhüllte Besucher hatten sie Masken dabei, die gratis zu haben waren.

Bereits in aller Frühe waren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs und machten Standler wie Besucher auf die Maskenpflicht aufmerksam. "Es ist ja kein Wunder, dass alle brav die Masken tragen", meinte eine Standlerin. "Immerhin drohen ja bis 3600 Euro Strafe, das will niemand riskieren." Ein alteingesessener Gemüsehändler hatte gleich in der Früh in den sozialen Medien darauf hingewiesen, dass am Samstag wieder Masken zu tragen seien. Das habe sicher geholfen, die Information zu verbreiten, sagte ein anderer Händler, denn schließlich sei die Verordnung ja erst tags zuvor bekannt geworden.

Für Kopfschütteln sorgte bei manchen die Tatsache, dass Besucher beim Einkauf ihre Masken tragen mussten, die Gäste in den zahlreichen Lokalen am Markt jedoch nicht. "Das ist irgendwie unlogisch", meinte ein Passant.

(APA)